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Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.

Der Vierte Karenztag.
Krank oder nicht krank?
Bereit und nicht bereit.
Der Tag der Entscheidung.
Für den asketischen Rückzug.
Für die gedankliche Freiheit.
Der Vierte Karenztag.

                
Vergangenheitsobsession
Bitte nach vorne blicken!
07.11.2019
Statt nach vorne zu schauen, trauern sowohl „Rechte“ als auch „Linke“ vergangenen Zeiten nach. Während sich erstere nach einer überschaubaren Heimat sehnen, wünschen sich letztere einen utopischen Kommunismus zurück. Doch die Zeit lässt sich nicht zurückdrehen.

Die „Zurück in die Zukunft“-Film-Trilogie sprühte nur so vor Zukunftsoptimismus. Neben der berühmt-berüchtigten Zeitmaschine des Doc Brown, dem DeLorian-Sportwagen, schwang Marty McFly seine Runden auf dem Hoover-Bord, einem über dem Boden schwebenden Skateboard. Sowohl DeLorean als auch Hoover-Bord symbolisierten den Blick nach vorn, den Drang die Zukunft verändern zu wollen und die Überzeugung dies auch umsetzen zu können.

Das war vor 30 Jahren. Damals trennte die Mauer noch West- und Ostdeutschland, es tobte der Kalte Krieg und David Hasselhoff und Pamela Anderson begannen ihre Karriere als Bademeister in „Baywatch“. Also alles andere als friedliche und optimistische Zeiten – sowohl aus politischer und konsumorientierter Perspektive. Trotzdem ließen sich die meisten hiervon nicht herunter kriegen.

Heute, im Jahre 2019. Deutschland ist vereint, der Kalte Krieg vorüber und David Hasselhoff und Pamela Anderson flimmern nicht mehr auf dem Fernsehenbildschirm. Der einstige Fortschrittsoptimismus wich einer Melange aus Pessimismus und Rückwärtsgewandtheit. Wobei der DeLorean-Sportwagen durch den CO2-sauberen Drahtesel und das innovative Hoover-Bord durch den ebenso sauberen E-Tretroller ersetzt werden. 10 Prozent durchdacht, 90 Prozent emissionsfrei, 100 Prozent spaßbefreit. Und eben diese Formel aus Pessimismus plus Vergangenheitsorientierung kennzeichnet den gegenwärtigen Zeitgeist.

Eine neu angefachte Debatte über die Buchstabiernorm DIN 5009 verdeutlicht dies. Worum geht es? Die Nationalsozialisten, also die „echten“ unter Hitlers Regierung und nicht die als „Nazis“ beschimpften wie Bernd Lucke oder Björn Höcke, nahmen einige Veränderungen in der Buchstabentabelle vor, die bis heute geblieben sind. So zum Beispiel wurde aus „D wie David“ „D wie Dora“ oder aus „N wie Nathan“ „N wie Nordpol“.

Nun erstarken Stimmen, die diese Buchstabiernorm nicht akzeptieren möchten. Weil Nationalsozialisten diese Norm einführten, sei diese Norm unannehmbar, so die Argumentation. In diesem Sinne stellt sich die Frage: Weil Hitler Vegetarier war, müssen Vegetarier Hitlerverehrer sein? Nur weil Hitler das Autobahnnetz massiv ausbaute, muss dieses zerrissen, zerstört, gar zersprengt werden? Weil Hitler der deutschen Sprache mächtig war, ist jeder, der deutsch spricht, ein potentieller Nationalsozialist?

Diese Form der Argumentation ist weder stich- noch hiebfest. Und diese ganze DIN-Debatte lässt, neben der logischen Fragwürdigkeit, die Frage aufkommen: Woher rührt dieser Zwang sich ständig auf die Vergangenheit zu fixieren, aber nicht nach vorne zu schauen und eine bessere Zukunft anzustreben? Woher stammt diese Ignoranz für die Gegenwart und ihre Probleme? Woher kommt diese Obsession die Vergangenheit umzugestalten, aber nicht nach gegenwärtigen Lösungen von Problemen zu suchen?

Weil die meisten offensichtlich mit der Gegenwart nicht zurecht kommen, bauen sie sich ihre eigene DeLorean-Zeitmaschine. Was für die „Rechten“ die Heimat ist, mit klar strukturierten, überschaubaren Verhältnissen, ist für die „Linken“ die Vergangenheit, die geborgene und sorglose Kindheit und Jugendzeit. Sowohl „Rechte“ als auch „Linke“ sehnen sich nach einer längst vergangenen Idylle, die sie um jeden Preis in ihrem Sinne verwirklichen wollen. „Der Versuch den Himmel auf Erden zu errichten, erzeugt stets die Hölle“, wusste jedoch bereits Sir Karl R. Popper.

Sowohl der obsessive Anspruch der „Linken“ die heile Welt der politischen Korrektheit und Co. in der Vergangenheit zu etablieren als auch der „rechte“ Ruf nach Heimat müssen scheitern. Denn die Zeit läuft nur in eine Richtung. Und die Vergangenheit lässt sich nicht ändern oder wiedererwecken – abgesehen von den Dutzenden Musiksendungen im Radio mit dem „Besten aus den 80er, 90er und 00er.“

Und solange nicht ein Doc einen DeLorean erfindet, mit dem es zurück in die Vergangenheit geht, müssen wir nach vorne schauen.

Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.





















                                                                     
                     
 


                                                  
                                                                                                                                                                    © bertha stein