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Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.

Der Vierte Karenztag.
Krank oder nicht krank?
Bereit und nicht bereit.
Der Tag der Entscheidung.
Für den asketischen Rückzug.
Für die gedankliche Freiheit.
Der Vierte Karenztag.


                                                                                                                       
                                         
Umgang mit Andersdenkenden
Weichst du ab, bist du irr
24.09.2018
Was sagt es über eine Gesellschaft aus, die das Andersdenkende pathologisiert? Fest steht jedenfalls: die medialen Hobbypsychologen haben hierbei ihren Spaß.

„Wenn man an die lange und düstere Geschichte der Menschheit denkt, wird man feststellen, dass im Namen des Gehorsams mehr scheußliche Verbrechen begangen wurden als im Namen der Rebellion“
(C. P. Snow, britischer Physiker und Schriftsteller)

Thilo Sarrazin war es, Boris Palmer auch und Horst Seehofer ist es teilweise auch. Nein-Sager, Skeptiker und „Rebell“ in einem (übertrieben-pathetisch gesprochen). Alle drei repräsentieren mehr oder weniger den von Aussterben bedrohten politischen chévalier des Mittelalters. Seine Tugenden waren das Einstehen der eigenen Haltung, die Konfrontation und der direkte Zweikampf.

In Spreeversailles aka Berlin aber ticken die Uhren anders. Das Pendel schwingt nunmehr im Takt der Templiner Sonnenkönigin. Hier lauten die Tugenden des höfischen Seilschaftenmenschen: Knechtmentalität, Kadavergehorsam, Konformismus. Diese höfische Blase des Establishments spiegelt Neu-Versailles an der preußischen Seine mit Sonnenkönigin Angela Merkel sehr gut wider.

Die Charakterisierung dieses Menschentypus? Ein normal angepasster, aber dafür überkonformistischer und überkorrekter Geselle. Der Psychiater Hans-Joachim Maaz spricht vom sogenannten Normopathen. Doch Normopath trifft den politischen Sachverhalt nicht ganz, kollektive Normopathie trifft es schon eher. Denn es sind meist überkonformistische und überkorrekte, kollektive Bewegungen. Wie etwa die politische Korrektheit.

Auf diese Art und Weise begehrten die medial-kollektiven Normopathiestimmen gegen den grünen Oberbürgermeister Palmer bei der Flüchtlingsfrage auf und seit jüngster Zeit tun sie dies auch gegen den bayerischen Hühnen (teilweise zu Recht). Es ist zu hören, dass Seehofer in der falschen Partei sei, gar gekränkt soll er sein. Das verdeutlicht: tanzt das Polittier aus der Reihe, kommt der Mediendompteur um ihn zu zähmen - und der mediale Hobbypsychologie, um ihn zu pathologisieren und zu etikettieren.

Der Oval-Office-Donald ist auch so ein mediales Diagnoseopfer. Narzissmus lautete die Ferndiagnose vieler Hobbypsychologen. Doch was ist mit „Zähne-zeig“-Hillary Clinton oder „Yes, we can“-Obama? Sind sie etwa keine Narzissten? Wenn dem so sein sollte, dann gibt es den Weihnachtsmann und die Sozialdemokraten haben politisches Rückgrat.

Apropos Rückgrat. Das fehlt auch denjenigen uniformierten Meinungssoldaten, die das Andersdenkende pathologisieren. Zum Beispiel den Ausstieg aus dem Iranabkommen des amerikanischen Präsidententrumpfs oder die Auflehnung des Bayern-Horst gegen die Flüchtlingspolitik der Sonnenkönigin. Anstatt nach sachlichen Gründen für oben genanntes, „rebellisches“ Verhalten zu fragen, wird die medial-normopathische Glaskugel heraus gezückt; anstatt nachzuvollziehen, wird pathologisiert und etikettiert.

Weil man die andere Seite aber nicht versteht (verstehen will oder verstehen kann?), wird das provinziell-normopathische Totschlagargument aus der Tasche gezogen: die Nazikeule inklusive psychologischer Verwirrtheit des Gegenübers. Doch somit stellt sich die Frage: Wer ist eigentlich irre? Die Andersdenkenden? Die, die das behaupten? Oder sind alle auf den Irrweg?

Dass die sich beugende, nazikeuleschwingende Masse nicht immer recht hat und dass es gerade sie sind, die die „Nie wieder“-Geschichte aufleben lassen, sollten die medialen „Nie wieder“-Marktschreier wissen. Denn nicht Psychopathen oder Monster waren für die NS-Greueltaten verantwortlich, sondern gefügige, gehorsame Schreibtischbürokraten - wie die Philosophin Hannah Arendt ausführte. Nur dank ihnen konnte die Verbrechenmaschinerie zu dem bekannten, horrenden Ausmaß aufsteigen.

Selbstverständlich sind diese Zeiten vorbei. Doch der übersteigerte, nicht nur politische Konformismus und das mediale Anprangern inklusive pathologischer Gratisdiagnose des Andersdenkenden in die rechte Ecke lassen aufhorchen. Denn wie der britische Physiker und Schriftsteller C. P. Snow sagte, hat die Menschheit gerade dem Rebellen Vieles zu verdanken - auch wenn dieser Andersdenkende manchmal zu unverständlichen, zu ideologischen oder gar zu extremen Verhaltensweisen tendiert und nicht immer Recht hat.

Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.





















                                                                     
                     
 


                                                  
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