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Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.

Der Vierte Karenztag.
Krank oder nicht krank?
Bereit und nicht bereit.
Der Tag der Entscheidung.
Für den asketischen Rückzug.
Für die gedankliche Freiheit.
Der Vierte Karenztag.

                
Social Craving
Eine ganze Gesellschaft auf Entzug
24.03.2020
Viele katastrophisieren den Rückzug in die eigenen vier Wände. Doch so schlimm ist es nicht. Genug Unterhaltung gibt es auch dort.

Wenn wir Corona nicht hätten! Schulen und KiTas, Theater und Museen, Restaurant und Bars, sie alle sind geschlossen. Nur die nötigsten Einrichtungen laufen weiter. Krankenhäuser, Supermärkte, Stromwerke. Und nur die nötigsten Erledigungen werden getätigt. Arbeiten und Einkaufen, Arzt- und Apothekenbesuche, Spaziergänge und Sport an der frischen Luft.

Deutschlands Sozialleben bewegt sich auf Sparflamme. Wie lange diese Situation noch anhalten wird, weiß niemand. Drei, vier, fünf Wochen? Oder drei, vier, fünf Monate? Der Rückzug in die eigenen vier Wände bleibt in dieser Situation die Ultima Ratio. Um das Covid-19-Virus einzudämmen und um andere vor dem Virus zu schützen. Gut so. Ungewöhnliche Zeiten bedürfen ungewöhnliche Mittel.

Für eine kleine Minderheit, die Stubenhocker und die Intellektuellen, ändert sich nicht viel. Sie schreiben und lesen, oder werken und kochen. Sie schöpfen Kraft vom Rückzug aus der Vielgeschäftigkeit. „Denn je mehr einer an sich selber hat, desto weniger bedarf er von außen und desto weniger auch können die übrigen ihm sein“, konstatierte schon Arthur Schopenhauer. Muße ist ihre Muse schlechthin.

Doch was bringt die Muße, oder wie es neudeutsch Social Distancing heißt, der Mehrheit, also denjenigen, die vor sich selbst fliehen, um sich selbst zu verlieren? Langeweile und Ödnis, neudeutsch umformuliert Social Craving. Sie lechzen und juchzen nach Geselligkeit. Denn der abrupte Verlust jeglicher Sozialkontakte, auf der Arbeit, im Einkaufstempel, an der Bar, wirft sie auf sich selbst zurück.

Binge Working, Binge Watching, Binge Sleeping zerstreuen hier nur kurzfristig. Zu monoton und zu passiv ist diese Form der Zerstreuung. Das Blut siedet und siedet. Wie der Junkie, der seinen Schuss nicht kriegt, wartet der Daheimgebliebene auf seine Portion Sozialkontakte. Vergeblich.

Dauert diese Situation länger an, kann es zu ersten körperlichen und psychischen Folgeerscheinungen kommen. Unruhe, Nervosität, Übellaunigkeit. Oder der Zwangsstubenhocker verfällt in Apathie, zieht sich zurück und verharrt in dieser Position bis sich die Situation auslöst. Wie lange könne die meisten diese ungewohnte Situation aushalten?

Dass das Zuhausebleiben für viele eine große Herausforderung darstellt, zeigen die vielen Online-Beiträge. Von „Home Office mit Kind“ über „Diese 5 Online-Tipps vertreiben die Corona-Langeweile“ bis Stadt Essen – Nähanleitung für Behelf-Mund-Nasen-Schutz“. Gleichzeitig verdeutlichen es auch: die Langeweile an sich bietet Zerstreuung.

Neue Formen der Beschäftigung müssen gesucht werden, und sie werden gefunden. Es zeigt sich der Ideenreichtum und Erfindungsgeist sich zu unterhalten und Probleme zu lösen. Die Schule findet online und in den eigenen vier Wänden statt, die sportliche Betätigung wird nach innen verlegt und der ein oder andere findet Gefallen an der Haus- oder Gartenarbeit.

Wenn man sich nicht in die Geselligkeit stürzen kann, muss man sich das soziale Leben nach Hause holen. Genau das machen die meisten. Mit Erfolg.

Ein Hoch auf das World Wide Web! Ein Hoch auf den Erfindungsreichtum!

Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.




















                                                                     
                     
 


                                                  
                                                                                                                                                                    © bertha stein