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Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.

Der Vierte Karenztag.
Krank oder nicht krank?
Bereit und nicht bereit.
Der Tag der Entscheidung.
Für den asketischen Rückzug.
Für die gedankliche Freiheit.
Der Vierte Karenztag.


Meine Universität
„Sein (des Professors und der Universität) Wille geschehe!“
04.07.2017
Das wissenschaftliche wird durch das administrative Personal der Universität ersetzt werden. „Der Vorgesetzte hat immer Recht“ und weiß, was seine Mitarbeiter wollen sollen. Die meisten Wissenschaftler bleiben aber locker: „Hauptsache Kaffee und Kuchen schmecken!“

Letzten Monat wurde an der Universität Potsdam der zukünftige Präsident gewählt. Es bewarben sich zehn Interessierte, der neue Präsident ist der alte. Wie er selbst sagt: „Die Universität hat sich in den vergangenen Jahren sehr gut entwickelt“. Er setzte sich somit souverän an die Spitze der Universität durch. Bedenkt man, dass die Findungskommission den jetzigen Amtsinhaber als EINZIGEN Kandidaten für die Wahl aufstellte, ist das wirklich ein EINZIGartiges Wahlergebnis.

Schlägt man mal im Duden nach oder googelt „Wahl“, so bekommt man folgende Definition. „Möglichkeit der Entscheidung, das Sichentscheiden zwischen zwei oder mehreren Möglichkeiten“ Man könnte nun meinen, dass die zwei Möglichkeiten, zwei gleichwertige darstellen sollen, wie zum Beispiel die zwischen zwei Personen. Jedoch liest man im Duden weiter: „das Gewähltwerden, Berufung einer Person durch Abstimmung in ein bestimmtes Amt, zu einer bestimmten Funktion.“ Nur eine Person zur Wahl aufzustellen ist somit vollkommen legitim und weckt zugleich „ostalgische“ Erinnerungen. Vielleicht war die DDR bei ihren SED-Wahlen mit nur einem Kandidaten doch demokratischer als wir denken. Oder sind wird vielleicht totalitärer geworden als wir denken? So totalitär, dass wir Begriffe nach Gutdünken neubesetzen?

Letztens saß ich bei einer unserer wöchentlich stattfindenden Teambesprechungen, die wie immer konstruktiv von einem sachlichen 5-Minuten-Gespräch zu einem eine Stunde andauernden Klatsch und Tratsch-Happening inklusive Kaffee und Kuchen wurde, wo jeder versucht den anderen mit seiner geschwätzigen Brillanz auszustechen. Ganz nebenbei lud uns Professor Osterglocke ein an einer Befragung teilzunehmen.

Hierbei ist zu erwähnen, dass besagter Professor einen - wie Kurt Lewin es nannte - autoritären Führungsstil bevorzugt. Wobei man richtigerweise von einer Melange aus Autoritarismus und Despotismus sprechen muss. Da Herr Professor aber ein Mann von Welt ist, verpönt er solch einen Stil mit aller Vehemenz - solange alle das machen, was er will. Deswegen „dürfen“ und „können“ seine Mitarbeiter. So wie die Einladung zur Befragung, die zweifelsohne von allen gewollt und daher auch gemacht wurde.

Aus psychiatrischer Sicht würde man von einer „double-bind“-Situation sprechen. Hierbei handelt es sich um eine Theorie des Anthropologen Gregory Bateson zur Entstehung schizophrener Erkrankungen. Paradoxe Situationen werden unter anderem als entscheidend angesehen. Vor allem wenn sie inhaltlich logische Widersprüchen beinhalten. So wie die oben genannte Befragung, zu der man „eingeladen“ ist, tatsächlich aber an ihr „teilnehmen muss“. Oder die Wahl des Universitätspräsidenten mit einem Kandidaten.

Für manch einen, der seine geistige Obdachlosigkeit mit dem gewissen Kick auffüllen möchte, ist das durchaus eine attraktive Lebensweise. Endlich ist jemand da, der zeigt, wo es lang geht. Jemand der sagt, was man will. Pech nur für die, die wissen, was sie wollen.

Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.





















                                                                     
                     
 


                                                  
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