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Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.

Der Vierte Karenztag.
Krank oder nicht krank?
Bereit und nicht bereit.
Der Tag der Entscheidung.
Für den asketischen Rückzug.
Für die gedankliche Freiheit.
Der Vierte Karenztag.


                                                                                                                       
                                         

Meine Universität
Raumschiff Biedermeier: „Beam me weg“

20.01.2018
Es ist immer wieder schön in die Hochburg des intellektuellen Defätismus in Form des geistigen Biedermeier einzutreffen und sich mit den ganzen Professoren, PostDocs und Doktoranden zum intellektuellen Stammtisch auf Gala- oder Brigitte-Niveau zu treffen. Ich komme mir dann immer ein bisschen vor wie bei Star Trek, oder versuche es mir wenigstens vorzustellen.

Da ist der narzisstische Professor, der in „Möchtegernmanier“ versucht Captain Picard wettzueifern. Da ist seine schmierige rechte Hand, die außer der Position mit „Nummer 1“ nichts am Hut hat. Und da ist der überambitionierte Dorfdepp, der mit seiner ganzen Technikentourage - dem Smarthphone in der rechten, dem Tablet in der Linken und der Smartwatch am Handgelenk - cyborgmäßig versucht Commander Delta Paroli bieten zu können, aber mit seinen auswendig gelernten, pseudointellektuellen Phrasen kläglich scheitert. Pech gehabt, das ganze Technologiezeugs kann eben doch nicht dein provinzielles Gehirn ersetzen!

Aber wenigstens haben alle ihren Platz auf der universitären Brücke des Raumschiffs Biedermeier 2.0 gefunden. Gemeinsam machen sie sich auf dem Weg, um neue Galaxien zu erkunden. Galaxien, die für sie bis dato unerreichbar waren und für sie nichtwissend auch weiterhin unerreichbar bleiben werden. Wie die Galaxie des Verstandes. Denn Captain Picard und Crew stoßen hier an die Grenzen der eigenen kosmischen Hirnleistung. Deswegen ist jedes empirische Ergebnis für die universitäre Raumschiffbesatzung wie die Erkundung einer neuen, fremden Welt, „die kein Mensch je zuvor gesehen hat.“

Das versuche ich mir wenigstens vorzustellen - bildlich, verbal, gedanklich - um einigermaßen nicht die Hoffnung in den universitären Geist zu verlieren, der sich doch irgendwo - sei es auch in den Weiten des Weltalls - verirrt hat, also das Bild mit Star Trek, meine ich. Ohne die coolen Uniformen und den bunten Phasern ist es zwar nicht immer leicht, aber der OrthoTisch (orthopädischer Tisch) des Professors ist da eine große Hilfe.

Zumindest wenn er in Aktion ist und wenn die Hand des Professors als Interface von OrthoTisch und bewusst, gesundheitsliebender Attitüde à la Biedermeier fungiert, die den OrthoTisch mit diesem typischen „Zisch“-Geräusch, mit dem sich die Türen auf der Brücke in Star Trek schließen und öffnen, herauffährt. Sie bietet so dem Captain eine ergonomisch, aber zugleich hip-stylische Entlastung des Rückens und spiegelt die spießige Sorge um die Gesundheit schön verpackt in einem coolen, modernen Gadget wider.

Diese misslungene Flucht auf das Holodeck der geistigen Gemütlichkeit hat durchaus etwas Angenehmes, denn sie erinnert mich an Entspannung, Verwöhnung und „Sich-Fallen-lassen“. Wären wir also nicht auf der Universität stationiert und ginge es nicht um „mind relaxing“, hätte ich absolut nichts dagegen mir irgendwelche abgefahrenen Mixturen aus irgendwelchen fernöstlichen Kräutern aufs Gesicht schmieren zu lassen oder mich von eklig, schmierigen Blutegeln entgiften zu lassen.

Da fällt mir aber ein: Das brauche ich eigentlich nicht. Denn Captain Picard und Crew sind meine ganz persönliche „mind relaxing“-Wellness-Methode zum Nulltarif. Mein „Gratis-Aderlass“ 2.0 sozusagen, der mir den Verstand aufsaugen will. Memo an mich: Auf jeden Fall muss ich in Zukunft darauf achten, ob sich neue Gehirnzellen bei mir melden oder nicht. Vielleicht funktioniert es. Vermutlich, wahrscheinlich, hoffentlich!

Aber vielleicht verirrt sich ja die Besatzung der Gurkenkrümmung aus Brüssel im „mind relaxing“ und macht aus den geplanten „Europa-Universitäten“ sogenannte „Wellness-Universitäten“. Viel zu ändern wäre beim jetzigen Status Quo auf der spießbürgerlichen Uni-Station auf alle Fälle nicht. Zu präsent schwebt der Geist des Biedermeier in den Köpfen herum und zu präsent ist der galaktische Erkundungsdrang. Man müsste also nur den Namen ändern - wären da wahrscheinlich nicht die ganzen bürokratischen Hürden und Kosten.

Aber jetzt wird es wirklich zu viel für meine bigottgeschädigte Imaginationskraft. Zu viel ist zu viel. Ende. Schluss. Aus. „Beam me weg!“

Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.





















                                                                     
                     
 


                                                  
                                                                                                                                                                    © bertha stein