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Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.

Der Vierte Karenztag.
Krank oder nicht krank?
Bereit und nicht bereit.
Der Tag der Entscheidung.
Für den asketischen Rückzug.
Für die gedankliche Freiheit.
Der Vierte Karenztag.

                
Massenmediale Angstschreie
Die von Angst Getriebenen
31.10.2019
Wiewohl Klimakrise und Rechtsextremismus ernstzunehmende Gefahren darstellen, so lenkt ihr thematisch massenmedialer Dauerbeschuss von der eigentlich existentiellen Angst ab: der Angst vor dem Tod.

Schlägt man, in altmodischer Manier, die Zeitung auf oder schaut sich, dem Zeitgeist entsprechend, die News auf seinem Smartphone an, überfluten einen Ängste und abermals Ängste. Doch nicht wegen des aufkommenden Gruselspaßes zu Halloween, an dem Erwachsene, böse gesprochen, in politisch korrekter Manier und unter Berücksichtigung gesellschaftlicher Minderheiten, als Kartoffel (für unsere Migranten), als Schnitzel (für unsere Vegetarier), als Zigeuner (für unsere Freunde der politischen Korrektheit) oder direkt als Zigeunerschnitzel für „Süßes oder Saures“ sorgen.

Nein. Vielmehr sind mit diesen massenmedial vermittelten Ängsten die Klima-Angst gemeint, wie etwa die Angst vor schmelzenden Gletschern, die Angst vor sterbenden Eisbären oder die Angst vor tropischen Krankheiten. Und die Rechtsextremismus-Angst, im Sinne von Nationalismus, Traditionalismus und Konservatismus. Erst sie bringen den „wahren“ Gruselfaktor. Ganzjährig, kostenfrei, gedankenfrei.

Ginge es zumindest nach der amerikanisch psychologischen Gesellschaft, sollte die Klima-Angst tatsächlich zu einer anerkannten psychologischen Störung erhoben werden. „Das Gefühl der Hilflosigkeit ist besonders bei Stadtmenschen ausgeprägt und trägt zur Verschlimmerung des Problems bei“, wie bei euronews zu lesen ist. Ist das der Grund, warum insbesondere die massenmedialen Marktschreier, die sich in und um Berlin tummeln, hier mit Abstand federführend sind?

Dass Großstadtbewohner mehr Anzeichen psychischer Störungen zeigen, ist mehrmals belegt worden. Obschon unklar ist, ob das Stadtleben mit seinen Wogen der Überreizung, mit seinen engen Bauten und seinen wenigen Grün- und somit Erholungsflächen für diese psychischen Labilitäten verantwortlich ist oder einfach nur psychisch angeknackste Personen sich vom Großstadtflair angezogen fühlen, so bleibt festzuhalten: Die Menschen in der Großstadt sind anfälliger für Ängste.

Doch was ist Angst? Psychologen unterscheiden zwischen Angst und Furcht. Erstere richtet sich nicht auf ein konkretes Objekt, ist diffus, unbestimmt, ungerichtet. Zweiteres hingegen hat einen bestimmten Gegenstand zur Sache, richtet sich gegen eine konkrete, äußere Gefahr. Ein Beispiel hierfür wäre etwa das plötzliche Auftauchen eines Horror-Clowns. Oder bei etwas zarter besaiteten Gemütern und dem Flow der Zeit entsprechend, die Verkleidung des kanadischen Premierministers, Justin Trudeau, als Aladdin.

Doch dieses Aladdin-Beispiel trifft nur bruckstückhaft den Sachverhalt. Vielmehr weist es in Wirklichkeit auf des Pudels Kern hin: eine diffuse, unbenannte Angst wird fälschlicherweise auf ein anderes, nicht mit Angst besetztes Objekt übertragen. Psychoanalytiker sprechen von „Verschiebung“. Das ist ein Abwehrmechanismus der Psyche, um meist zwiespältige Beziehungen zu sichern.

Wie sieht diese „Verschiebung“ konkret aus? Nimmt man die „Terror Management-Theorie“ nach Jeff Greenberg und Kollegen zu Hilfe würde es bedeuten, dass die existierende Angst vor dem Tod auf die Klima-Angst verschoben wird. Warum? Weil die Massenmedien als gesellschaftlicher Meinungsgeber fungieren und in einer Dauerbeschlussschleife über die Klimakrise berichteten und berichten. Somit bieten sie ein optimales Objekt, auf das die diffuse Angst verschoben werden kann.

Und mittlerweile wird diese Funktion einer Klima-Angst zusätzlich von einer Rechtsextremismus-Angst übernommen. Ersichtlich wird das in einer Etikettierung der ganzen AfD-Partei als rechtsextrem sowie einer massenmedial übertriebenen Aufmerksamkeit ihr gegenüber.

Gerade diese Entwicklungen sind ängstigend und zugleich gruselig. Und nicht eine Halloween-Verkleidung als Indianer oder als Mädchen mit zwei Zöpfen inklusive dem Dauerspruch „How dare you?“. In diesem Sinne: Happy Halloween!

Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.





















                                                                     
                     
 


                                                  
                                                                                                                                                                    © bertha stein