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Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.

Der Vierte Karenztag.
Krank oder nicht krank?
Bereit und nicht bereit.
Der Tag der Entscheidung.
Für den asketischen Rückzug.
Für die gedankliche Freiheit.
Der Vierte Karenztag.

                
Jugendstrategie der Bundesregierung
Politik im Anti-Age-Wahn
04.12.2019
Das Konzept der Bundesregierung Jugendliche in politischen Angelegenheiten einzubeziehen, ist Kokolores. Lassen wir Kinder Kinder sein und nehmen ihnen nicht ihre Kindheit weg.

Die Ansprache des Tagesschau-Moderators Claus-Erich Boetzkes seines Kollegen Jan Hofer als „Alter“ trifft das Problem unserer Gesellschaft ganz gut: Die „Alten“ wollen wie die „Jungen“ sein, jung, dynamisch, lässig, und die „Jungen“ wie die „Alten“, viele Freiheiten plus Rechte, aber minus der „öden Pflichten“.

Statt das Rad der Zeit zu akzeptieren, mit den Fältchen der Erfahrung, dem Verschleiß einiger Körperteile und den üblichen Wehwechen des Alltags, fordern „Sie“ und „Er“ das Alter mit so überzeugt klingenden Produkten wie „Age Repair Serum“ von Schaebens oder „Youth Code Anti-Falten-Pflege“ von L’Oréal zum Duell heraus.

Doch während die auf jung gestylten Damen und Herren der Schöpfung jeglichen Schönheitstrend hinterherhecheln, reicht auch das ihnen nicht mehr. Nun versuchen die Dame, wie die Wurst in einem zu engen und zu kurzen Outfit gepellt, und der Herr, mit seinen coolen Sneakers, sich zusätzlich jugendlich zu benehmen. Duzen ist „in“, Siezen ist „out“.

Wie stark diese Sehnsucht nach den goldenen Äpfeln der Hesperiden, der ewigen Jugend, in unserer Gesellschaft verankert ist, zeigt der neueste Coup der Bundesregierung. Während in Syrien die Kugeln fliegen, in der Ukraine russische Soldaten „Urlaub machen“ und in Europa Abgeordnete den Klimanotstand ausriefen, beschloss am Dienstag das Bundeskabinett eine „notwendige“ Jugendstrategie.

Obschon die Berücksichtigung jugendlicher Bedürfnisse beim politischen Gestalten auf den ersten Blick plausibel klingt, so erscheint der Weg dorthin alles andere als zielführend. So sollen laut Bundesregierung „die Jugendlichen als Experten in eigener Sache von zentraler Bedeutung“ sein. „Ziel der Strategie ist es, die junge Generation an allen Entscheidungen zu beteiligen, die sie betreffen, und allen jungen Menschen bestmögliche Bedingungen zu bieten, die Herausforderungen ihrer Lebensphase zu meistern.“

Doch es stellt sich die Frage: Sind diese Jugendlichen überhaupt im Stande diese Aufgabe zu meistern? Befähigt komplexe Sachverhalte, an denen sich zuzeiten bereits Experten die Zähne raufen, zu begreifen, richtig einzuschätzen und angemessen zu reagieren? In einer Zeit des jugendlichen Frühlings, wo die eigenen Impulse argumentativ schlagkräftiger als die Vernunft sind und sich der ganze Jugendliche nicht nur in einer hormonellen, sondern auch intellektuellen Dysbalance befindet?

Zusätzlich lässt die jüngst erschienene PISA-Studie Zweifel an dem Konzept der Bundesregierung „die junge Generation in allen Entscheidungen zu beteiligen“ aufkommen. So kann etwa jeder fünfte Schüler nicht richtig Informationen aus Texten gewinnen und begreifen. Erwartet die Bundesregierung von ihren „Schützlingen“, also im Grunde genommen von Legasthenikern, ein Strategiepapier zu verstehen und fehlerfrei zu verfassen? Oder treffen sich, zynisch gesprochen, angesichts des gegenwärtigen Bildungsniveaus zwei Partner auf Augenhöhe? Auf der einen Seite die überwiegend unfähigen Abgeordnete, auf der anderen Seite Schüler mit Leseschwäche.

Wie dem auch sei. Es steht jedenfalls fest, dass „so unterschiedliche Dinge wie die Förderung und Stärkung von Kinder- und Jugendparlamenten, Planspiele für den ländlichen Raum, mit denen man junge Menschen in regionale Planungsprozesse“ der Bundesregierung irreführend sind. Kinder und Jugendliche sind Kinder, keine Mini-Erwachsenen und sollen das auch bleiben. Ein Besuch im neuen Disney-Film „Die Eiskönigin 2“ oder eine Partie Lasertag sind der kindlich-jugendliche Erziehung tausendmal förderlicher als das Mimen eines Erwachsenen.

Und wie heißt es doch so schön im Volksmund? „Schuster, bleib bei deinen Leisten!“ Oder im Stil von Claus-Erich Boetzkes abgewandelt: „Alter, bleib bei deinem Alter!“

Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.





















                                                                     
                     
 


                                                  
                                                                                                                                                                    © bertha stein