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Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.

Der Vierte Karenztag.
Krank oder nicht krank?
Bereit und nicht bereit.
Der Tag der Entscheidung.
Für den asketischen Rückzug.
Für die gedankliche Freiheit.
Der Vierte Karenztag.


                                                                                                                       
                                         
Impression von der BIEN-Tagung
Und was das mit Bienchen und Blümchen zu tun hat!
23.12.2017
Im November diesen Jahres traf sich die Crème de là crème der Bildungswissenschaft auf der vierten Jahrestagung des „Berliner Netzwerks für interdisziplinäre Bildungsforschung“, kurz BIEN genannt. Ein Höhepunkt der Tagung: der süße Honig der Gemeinschaft.

An einem durchwachsenen Novembertag fing in Berlin der wissenschaftlich-spaßige Ernst der BIEN-Tagung an. Witz, Charme und Spannung wechselten sich in perfekten Abständen. So wie die sympathisch, verpackte Erklärung einer der Gastgeberinnen in ihrem Begrüßungswort, wofür denn eigentlich BIEN stünde. Freudestrahlend frohlockte diese, dass BIEN für „Bienen“, die einen Superorganismus formen, stehe. Denn die BIEN führe „uns zusammen“, gebe „uns Gemeinschaft“. Wie bei den Bienen.

Ein Hoch auf die BIEN also. Ein Hoch auf die gute Gemeinschaft und ihrem wärmespendenden Gefühl, nach dem wir uns alle sehnen. Vor allem aber ein Hoch-“Vorsicht“ auf die Ergebnisse dieses exzessiven Pathos der Gemeinschaft. Wer sich der Gemeinschaftsflamme zu sehr nähert, geht einen dämonischen Pakt ein. Schon einmal hatten wir es mit Hakenkreuz und Stahlhelm zu tun, ein andermal mit Hammer und Sichel. Wohin das führte, das wissen wir nur allzu gut.

Aber kommen wir zur pathetischen Begrüßung der Bienenkönigin. Mit nun noch mehr Elan und Vitalität - was durch ihre erratisch in der Luft umherirrenden Hände bekräftigt wird - ruft sie in den Raum: „Wie die Bienen sind wir eine Supergemeinschaft! Yeah, die Gemeinschaft der Bienen!“ Das heiß ersehnte Zeichen für die BIENen. Abrupt klopfen sie sich mit summenden Geklatsche selbst auf die Schulter. Die Melodien des Selbstlobes und der Selbstpudelei hört man nur so durch den Raum schwirren.

Aber plötzlich ertönen erste Misstöne. Was ist los? Die Bienenkönigin nimmt das Wort „Professur“ in den Mund. Ein Glück, dass eine politisch korrekte Biene sofort ihre indoktrinierten Fühler ausstreckt. Es hieße nicht „Professur“, sondern „Arbeitsbereich“ an dem sie tätig sei, korrigiert diese lehrreich. Das sei ein wesentlicher Unterschied und liege ihr sehr am Herzen, ergänzt sie noch. „Bämm, eins zu null, nimm das Du….“. Ihr siegreiches, wie ein Honigkuchenpferd grinsendes Gesicht spricht Bände. Steht der erste Bienenkampf an? Der Kampf um den Thron, der Kampf um die Krone der schwarz-gelben Gemeinschaft?

Zum krönenden Abschluss der königlichen Rede beschenken sich die Organisatoren noch selbst. Es ist ein mit wissenschaftlichem Esprit ausgesuchtes Geschenk. Es ist…BIENenhonig! Ja, und es ist nicht nur irgendein Honig, sondern ein auf jeden individuell abgestimmter. So bekommt die ganz fleißige Arbeiterbiene einen exquisit duftenden Lavendelhonig. So wie sie selbst. Filigran, mondän, modern. Für die ganz Wilde hingegen gibt es den Wildbienenhonig. Schließlich hat sie Tag und Nacht wie wild gesummt, geirrt und letztendlich organisiert.

Nach so viel plebiszitärer Honigschmiererei ergreift nun eine Professorinbiene das Surren. Es geht irgendwie um die Relevanz der Bildungsforschung für die Bildungspraxis, oder so ähnlich. Damit auch wirklich alle Bienen sie verstehen, haut die Oberbiene alle mit ihren exzellenten, praxisnahen Beispielen um. So wie dem der Angst - den sich ihrer Aussage nach - nur Frauen gut vorstellen können. „Sie gehen durch die Straßen, hören Schritte.“

Aha! Was möchte uns diese Oberbiene sagen? Sie, Du, ich, irgendwer gehen durch die Straßen und hören Schritte! So weit so gut, das ist gut vorstellbar. Während Männer aber weiter durch die Straßen gehen und Schritte hören, und immer weiter gehen und weitere Schritte hören, zeichnet sich bei Frauen ein anderes Bild aus. Sie haben Angst, höllische Angst, Todesangst.

Ist es normal, Angst zu haben, nur weil man beim Gehen Schritte hört? Außerdem stellt sich die Frage, welche Schritte gemeint sind? Die eigenen? Oder fremde? Das ist doch pathologisch. In der Psychologie nennt man so etwas Phobie. Mein laienhafter Rat: ab zur Therapeutenbiene.

Diese kann vielleicht auch einer männlichen BIENe helfen. Diese übersetzte in ihrem Vortrag den deutschen Begriff „Bundesland“ im Englischen mit „regime“. Warum die politisch korrekte BIENe hier nicht ihren feinjustierten Stachel nutzte, keine Ahnung. Vielleicht weil „regime“, so wie die BIEN, auch eine Gemeinschaft ist?

Wenigsten konnten die BIENen etwas mit nach Hause nehmen: Ob diese Gemeinschaft in Form eines demokratischen oder totalitären Regimes auftaucht, ist doch egal. Hauptsache der süßliche Duft der Gemeinschaft ist da. Mehr braucht eine Biene nicht. Nur ihre Gemeinschaft und die Süße des Honigs - ihres klebrig-schmierigen Honigs der gemeinschaftlichen Selbstbestätigung.

Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.





















                                                                     
                     
 


                                                  
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