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Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.

Der Vierte Karenztag.
Krank oder nicht krank?
Bereit und nicht bereit.
Der Tag der Entscheidung.
Für den asketischen Rückzug.
Für die gedankliche Freiheit.
Der Vierte Karenztag.

                
Grundrenten-Beschluss
Der schwarz-rote Knoten wird enger
12.11.2019
Die Große Koalition feiert sich wieder selbst. Doch ihr Grundrenten-Beschluss zeigt eines: Es geht einzig um ihr eigenes politisches Überleben. Und nicht um das der Bundesrepublik.

So recht weiß man es nicht. Soll man lachen oder weinen? Die Große Koalition beschloss diesen Sonntag die Grundrente. Und verbucht diese als vollen Erfolg im Kampf gegen die Altersarmut.

Dass mehrere tausende Menschen Sonntag und Montag auf die Straßen gingen, haben viele Mitglieder der Großen Koalition wohl missverständlicherweise als Bestätigung ihrer Arbeit begriffen. Denn das war nur der Startschuss zur „Fünften“ närrischen Jahreszeit. Und nicht ein Lobgesang auf die Große Koalition. Es stellt sich also die Frage, für wen der Grundrenten-Kompromiss ein Erfolg sei.

Für Frauen, die sich um ihre Kinder kümmern (wollen) und daher nicht 35 Jahre voll erwerbstätig waren mit Sicherheit nicht. Für Universitätsangehörige, Kultur- und Medienschaffende mit ihren Gezeitenwechsel zwischen Arbeit, Arbeitslosigkeit und zwischenzeitlichem Aufstocken noch weniger. Und für den modernen Arbeitnehmer, für den der brüchige Lebenslauf zur Normalität geworden ist, am allerwenigsten.

Man muss es in aller Deutlichkeit sagen: Der Beschluss zur Grundrente trifft nicht den Geist der hiesigen Arbeitswelt. Hier beherrschen befristete Verträge, junger „Spirit“ und dynamische Prozesse das Arbeitsumfeld, will heißen, die Arbeitnehmer hängen überwiegend am Tropf des Arbeitgebers. Und dieser hält, salopp gesprochen, die Hand über diejenigen, die nach seiner Pfeife tanzen. Wer aus der Reihe tanzt, dem wird nicht verlängert. Und wer zu alt ist, und sich nicht mehr „formen“ lässt, dem wird auch nicht verlängert.

Meinen also das CDU und SPD, eine größere Abhängigkeit der Arbeitnehmer, wenn sie von Erfolg sprechen, die sie durch ihr eigenes Regierungsschaffen verhärtet haben? Schließlich verfestigt ihr Grundrenten-Beschluss diese soziale Zwangslage. Nämlich dass Arbeitnehmer zur willenlose Marionette ihrer Arbeitgeber werden. Nur um ihre 35 Jahre bis zur Grundrente zu erreichen; wenn überhaupt noch strukturell möglich.

Doch Zynismus beiseite. Christ- und Sozialdemokraten müssen ihren Beschluss nach außen als Erfolg verkaufen. Sie müssen sich als kompromissfähig, teamfähig und loyal zur Großen Koalition zeigen. Etwas anderes bleibt ihnen auch nicht möglich. Denn sie sind es, die am seidenen Faden hängen. Schon lange geht es nicht mehr um politische Beschlüsse für die Bevölkerung. Stattdessen heißt es politisches Handeln trotz Bevölkerung.

Der „dicke Knoten“, wie ihn CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer, nannte, ist nicht „durchschlagen“. Vielmehr ist der Knoten, der die Großen Koalition zusammenhält, jetzt noch enger geschnürt. Noch mehr halten CDU und SPD zusammen. Noch enger werden sie zusammenrücken. Kein Blatt wird bald zwischen die beiden passen.

Doch hierbei vergessen beide Koalitionspartner: Knoten ist nicht gleich Knoten. So gibt es, makaber gesagt, etwa den Henkersknoten.

Und folgt man der berühmten Parabel Arthur Schopenhauers „Die Stachelschweine“, so sollte es nicht lange dauern bis Christ- und Sozialdemokraten die Nähe des Anderen als einengend und schmerzhaft empfinden werden.

Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.





















                                                                     
                     
 


                                                  
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