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Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.

Der Vierte Karenztag.
Krank oder nicht krank?
Bereit und nicht bereit.
Der Tag der Entscheidung.
Für den asketischen Rückzug.
Für die gedankliche Freiheit.
Der Vierte Karenztag.

                
Gesinnungskommunikation
Auf dem sachlichen Ohr taub
28.01.2020
In der öffentlichen Kommunikation herrscht eine systematische Kultivierung eines gesinnungsgeleiteten Missverständnisses. Die Kritik an Philipp Amthor verdeutlicht das.

Paul Watzlawick ist den meisten als Kommunikationstheoretiker bekannt. Insbesondere das erste seiner 5 Axiome der menschlichen Kommunikation „Man kann nicht nicht kommunizieren“ verbinden viele mit ihm. Eben Gleiches gilt für das Buch „Anleitung zum Unglücklichsein“.

In Zeiten, da sich viele auf der „richtigen“ Seite wähnen, allen voran die Anhänger der Klimabewegung, des Feminismus und des Megxit, und andere Positionen missverstehen, ist eine Lektüre dieses Buches wärmstens zu empfehlen. Hier stellt Watzlawick auf amüsant-spritzige Weise dar, weswegen Kommunikation misslingt. Es liegt meistens an einem selbst.

Wie sich Menschen durch ihre eigenen Gedanken kränken lassen, verdeutlicht besonders gut die Geschichte mit dem Hammer:

    „Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der     Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn                     auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den         Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht     war er in Eile. Vielleicht hat er die Eile nur vorgeschützt, und er hat was gegen             mich. Und was? Ich habe ihm nichts getan; der bildet sich da etwas ein. Wenn             jemand  von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum         er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen                     abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er         sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt         reicht´s mir wirklich. - Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch     bevor er "Guten Tag" sagen kann, schreit ihn unser Mann an: ‚Behalten Sie Ihren         Hammer‘.“

Was möchte Watzlawick mit dieser Geschichte zeigen? Ein Missverständnis entsteht oft aus fehlgeleiteten Interpretationen, dem sich oft Wut, Kränkung und Unverständnis dazu gesellen. Im Kopf entstehen bestimmte Bilder und Gefühle, die mit dem tatsächlichen Sachverhalt nur wenig zu tun haben. Letztlich aber leiten sie, leider viel zu oft, die zwischenmenschliche Kommunikation.

Wie die Reaktionen auf die Aussage des CDU-Bundestagsabgeordneten Philipp Amthor zu antisemitischen Taten zeigen. Amthor sagte dem Nachrichtensender n-tv: „Klar ist auch, das darf man nicht vergessen, dass Antisemitismus natürlich vor allem in muslimisch geprägten Kulturkreisen besonders stark vertreten ist“. Eigentlich gäbe es inhaltlich wenig zu beanstanden. Die muslimische Kultur ist nicht gerade für ihre judenfreundliche Einstellung bekannt.

Doch anstatt die Botschaft hinter Amthors Aussage zu verstehen, gar wohlwollend zu interpretieren, hagelt es Kritik am CDU-Mann. Empörung und Unverständnis paaren sich bei den kritischen Stimmen. Selbstverständlich aus Links- und Grünen-Fraktion.

Wieso trivialerweise? Weil in Deutschland Parteizugehörigkeit, oder richtigerweise Parteigesinnung, vor inhaltlicher Qualität geht. Kritische Stimmen hatten es schon immer schwer. Aber wer heute die Parteilinie verlässt, muss Mut haben und hat es noch schwieriger.

Das musste auch der Essener SPD-Vorsitzende Karlheinz Endruschat erleben. Der Thilo Sarrazin aus Essen, wie ihn vermutlich bald seine Gegner nennen werden, nahm kein Blatt vor dem Mund und ermahnte die SPD die Probleme der Einwanderung anzuerkennen. Hierzu gehört auch das Thema der Clan-Kriminalität anzusprechen. Er der die Probleme beim Namen nannte und somit anpackte, stieß stattdessen bei seinen Parteigenossen auf taube Ohren.

Doch wo die Ohren auf Durchzug stehen, spielen nur die eigenen Meinungen und Einstellungen eine Rolle. Wo die Gesinnung wichtiger wird als die Aussage, hilft kein Reden. Wo Missverständnisse vorprogrammiert sind, muss Kommunikation notgedrungen misslingen.

Es wäre ein Fehler diese Form der „Gesinnungskommunikation“, wie sie bei Amthor und Endruschat zu sehen ist, weiter fortzuführen. Denn sie bietet mehr Raum für Missverständnisse als für gegenseitiges Verstehen. Für eine gelungene Kommunikation ist das nicht zielführend.

Auf Inhalte zu gucken und den anderen verstehen zu wollen, sind die besten Berater. So gelingt ein konstruktiver Dialog. Insbesondere in Zeiten unterschiedlicher Meinungen, Ansichten und Einstellungen.

Weil sich Gesinnung primär auf Beziehungen stützt, kann hier vielleicht Watzlawicks zweites Axiom weiterhelfen: „Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt“.

Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.





















                                                                     
                     
 


                                                  
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