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Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.

Der Vierte Karenztag.
Krank oder nicht krank?
Bereit und nicht bereit.
Der Tag der Entscheidung.
Für den asketischen Rückzug.
Für die gedankliche Freiheit.
Der Vierte Karenztag.

                
Gesetzesentwurf der Bundesregierung
Digitale FKK for free?
03.06.2020
Wer künftig einen neuen Pass oder Personalausweis braucht, muss zwei Fingerabdrücke und ein digitales Foto geben. Das kann gefährlich werden.

Der Bundestag ist pfiffig. Er nutzt gerne die Gunst der Stunde. Leise und hinterrücks. Schnell und agil. Wie ein Raubtier, das seiner Beute erfolgreich auflauert. Wie etwa während der Fußball-Weltmeisterschaft 2010. Damals erhöhte der Bundestag den Krankenkassenbeitrag, sechs Jahre später, im Sommermärchen, die Mehrwertsteuer.

Das ist nichts Ungewöhnliches. Folgt man zumindest dem italienischen Staatstheoretiker Niccolò Machiavelli. Dieser nämlich begreift Politik als Machtpolitik, Machterhalt als einziges Ziel der Politik. „Sobald das Steuergeld im Kasten klingt, die Politikerseele vor Freude springt“, könnte man somit sagen - in Anlehnung an Johann Tetzel, von dem dieses Bonmot stammt.

Und die Politikerseele hat wiederum einen Grund zu jauchzen. Dafür bedurfte es nicht einmal der kollektiven Ablenkung durch eine Fußball-Weltmeisterschaft - oder eines anderen großen Ereignisses. Nein. Dieses Mal half die kollektive Versenkung, hervorgerufen durch ein rundes, stacheliges und unsichtbares Virus. Das Coronavirus.

Und hier kommt die Bundesregierung ins Spiel. Heute nämlich beschloss das Kabinett einen wichtigen Gesetzesentwurf. Wichtig, weil es alle Bürger der Bundesregierung gleichermaßen betrifft. Egal ob Pfleger, Verwaltungsangestellter oder Universitätsprofessor - alle müssen einen Pass oder Personalausweis beantragen. Und eben hier greift der Gesetzesentwurf ein.

Wer künftig einen neuen Pass oder Personalausweis braucht, muss sich ab 2022 gegenüber den Behörden digital nackig machen. Nicht nur ein bisschen. Bauchfrei oder in Unterwäsche - was gelinde gesagt, auch schon zu viel des Guten wäre. Nein. Vielmehr von Kopf und Fuß muss es gleich sein. Denn neben zwei Fingerabdrücken, die der Antragsteller geben muss, kommt noch ein digitales Foto hinzu.

Das ist ein radikaler Schritt. (Es fehlt nur noch die Speichelprobe für die DNA). Und dieser geht in die falsche Richtung. Befürworter dieses Weges weisen in diesem Zusammenhang gerne auf die Zensusdebatte 1983 in der Bundesrepublik hin. Damals betrachteten auch viele eine solche Datenweitergabe als Angriff auf die informationelle Selbstbestimmung. Heutzutage jedoch problematisieren die Wenigsten eine Volkszählung.

Das mag stimmen. Man muss auch mit der Zeit gehen und die Zeiten haben sich seit 1983 geändert. Die Mauer fiel, eine Frau steht an der Spitze der Bundesregierung und Christine Westermann übte sich als Literaturkritikerin im ZDF. So wundert es zum Beispiel nicht, dass viele sorgloser mit ihren persönliche Daten um. Google und Facebook, Twitter und Instagram haben schon längst Fingerabdrücke, Fotos und noch mehr von ihren Nutzern.

Warum sollte man also auch nicht den Behörden diese Daten geben? Die Antwort ist ganz einfach: Wir wissen nicht, was kommt. Denn in Zukunft könnten diese Daten gegen uns gerichtet werden. Und das sind keine verschwörungstheoretische Zukunftsmusik und keine überängstlichen Gedanken.

Vor nicht all zu langer Zeit wollte der bayerische Hüne, Horst Seehofer (CSU), an mehr als 100 Bahn- und Flughäfen die biometrische Videoüberwachung einsetzen. Daraus wurde nichts. Zum Glück. Doch das ist kein Grund zur Freude. Seit der Coronakrise ist Seehofer abgetaucht. Somit hat er viel Zeit zum Nachdenken.

Das ist Zeit, die auch andere nutzen können. Denn die Pflicht ein digitales Foto und zwei Fingerabdrücke zu geben, sind noch keine beschlossene Sache. Es fragt sich nur, wie viel Zeit noch bleibt, bis wir an der Nase herumgeführt werden, wie der Kaiser in Hans Christian Andersen „Des Kaiser neue Kleider“.

Bundesregierung, Bundestag und andere schwindeln uns vor bekleidet zu sein. Dabei wären wir alle digital entblößt. Aber so heiß ist es in unseren Breitengraden nicht.

„For free“ hat eben immer einen Hacken.

Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.




















                                                                     
                     
 


                                                  
                                                                                                                                                                    © bertha stein