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Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.

Der Vierte Karenztag.
Krank oder nicht krank?
Bereit und nicht bereit.
Der Tag der Entscheidung.
Für den asketischen Rückzug.
Für die gedankliche Freiheit.
Der Vierte Karenztag.

                
Gendergerechte Sprache in Lübeck
Ein Leitfaden der Widersprüche
05.01.2019
Die Lübecker Stadtverwaltung veröffentlichte einen Leitfaden zur gendersensiblen Sprache. Doch bei genauerem Hinsehen stellt der Leser fest: So genderfreundlich, wie die Lübecker sein möchten, sind sie doch nicht.

Welche Vorsätze für das neue Jahr nimmt sich wohl eine weltoffene und tolerante Stadt, wie Lübeck eine ist, vor? Jedenfalls nicht solche, wie etwa die Bearbeitungszeiten für Anträge jeglicher Art zu reduzieren, kurzfristig Termine anzubieten oder die Wartezeiten vor Ort zu reduzieren. Nein, dass wäre vermutlich zu viel des Guten für den Bürger, und insbesondere dem „Wutbürger“, und würde die Verwaltung vor nur noch größeren Herausforderungen stellen.

Deswegen suchten die Verantwortlichen nach einem Vorsatz, der einerseits zeitgemäß und spritzig ist, andererseits wenig strukturelle und organisatorische Veränderungen mit sich zieht. Wie ein Luftballon mit heißer Luft. Und genau dieser Coup ist der Stadtverwaltung mit ihrem „Leitfaden für gendersensible Sprache bei der Hansestadt Lübeck“ gelungen.

Der Doppelpunkt, der Hauptgegenstand der Lübecker Fibel, steht federführend für diese Haltung. Er repräsentiert zugleich Modernität und Tradition, Mode und Zeitlosigkeit. Denn der Doppelpunkt ist heute das, was in den 1970er-Jahren die Schlagerhose war, nämlich das neue IT-Piece der modebewussten Trendsetter; zumindest im sprachlichen Bereich. Heute vielleicht „in“, aber in zehn Jahren womöglich nur „peinlich“, „unappetitlich“ oder „genierend“, sollte die Menschheit dann noch existieren; folgt man zumindest den Prognosen vieler „Fridays-for-Future“-Aktivisten.

Doch komme es, wie es kommen soll. Es verwundert doch, dass sich laut Lübecker Werk „[nicht] alle Begriffe [...] auf diese Weise grammatikalisch korrekt gendern [lassen]! Ausnahmen sind z.B. Expertin oder Experte oder auch Ärztin oder Arzt. In diesen Fällen ist ausnahmsweise auf die doppelte Nennung zurückzugreifen.“ Wie kann man das verstehen? Traut die Stadt Lübeck Transgenderpersonen nicht zu Experten oder Ärzte sein zu können? Oder mangelt es einfach nur an unzureichender Kreativität der Mitarbeiter?

Bloß genau diese Kreativität brauchen die Lübecker Angestellten, so weiter in der Genderfibel: „Im Umgang mit gendersensibler Sprache sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt. Manchmal wird das Ziel auch durch eine geschickte Umformulierung erreicht“. So wird aus „Jeder macht Fehler“ „Alle machen Fehler“. Vielleicht auch in diesem Falle? Schließlich sind Verwaltungsmitarbeiter nicht gerade für ihre blühende Fantasie bekannt.

Und ist es wirklich bürokratieentlastend und kundengerecht unbekannte Personen in Briefen und E-Mails, laut Lübecker Empfehlung, mit „Guten Tag Vorname Name, wie darf ich Sie in Zukunft ansprechen?“ zu begrüßen? Weitergedacht kann sich die angesprochene Person heute weiblich, morgen männlich und übermorgen transgender fühlen. Und wäre gerade das nicht unsensibel?

Ebenso gleichgültig, wie die sprachlichen Empfehlungen im Absatz „Wenn Frau von sich redet“? Denn dort heißt es: „Oft hört man im Alltag, dass Frauen von sich in der männlichen Form reden. Doch um zur eigenen Weiblichkeit zu stehen, muss nur auf Kleinigkeiten geachtet werden“. Aber wenn es für die Stadt Lübeck so wichtig ist, dass Frauen ihre Weiblichkeit aussprechen, warum begrenzt sich ihre Gendersensibilität nur auf die Sprache, und nicht konsequenterweise auch auf andere Bereiche?

Zudem: Intendiert die gendersensible Sprache nicht, dass sich alle Geschlechter angesprochen fühlen, Transgenderpersonen inbegriffen? So steht es zumindest im Vorwort des Bürgermeisters und der Gleichstellungsbeauftragten, die sich zufälligerweise nicht gendersensibel als „Bürgermeister:in“ und „Gleichstellungsbeauftrat:in“ bezeichnen. Wenn also Frauen sprachlich ihre Weiblichkeit artikulieren, schließen sie somit nicht andere Geschlechter aus und diskriminieren diese?

Wie dem auch sei. Vielleicht erlagen die Lübecker Vordenker dem Zeitgeist des Jugendwahns? Und gerade deswegen wählten sie, statt des Gendersternchen oder des Unterstriches, den Doppelpunkt als Erkennungsmerkmal? Betrachtet man nämlich den Doppelpunkt und den darauffolgenden Buchstaben als Smiley „: i“, so meint man ein Gesicht mit Pickel zu erkennen.

Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.





















                                                                     
                     
 


                                                  
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