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Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.

Der Vierte Karenztag.
Krank oder nicht krank?
Bereit und nicht bereit.
Der Tag der Entscheidung.
Für den asketischen Rückzug.
Für die gedankliche Freiheit.
Der Vierte Karenztag.


                                                                                                                       
                                         
Eulen nach Spree-Athen tragen
Wie sich eine Stadt im Rauschmodus hält
09.12.2018
Es gibt dieses Klischee: Berliner sind progressiv, individualistisch und weltoffen. Doch dieses Bild ist nicht ganz richtig.

Lang, lang ist‘s her, dass die Schöne an der Spree ihre besten Jahre hatte. Vom Glanz, Rummel und Esprit der „Goldenen Zwanziger Jahre“ ist nicht mehr viel zu spüren. Die Stadt ähnelt eher ihrem goldenen Abglanz: grau, trist, betoniert. Aus dem goldenen Oktober der Zwanziger manövrierte sie sich in den nebligen Novembermonat und ruht sich nun auf den Lorbeeren ihrer Vergangenheit aus.

Doch „Zurück in die Zukunft“, das geht nicht mehr. Was früher einmal war, das muss nicht mehr sein. Wer „Berlin“ und „progressiv“ zusammennimmt, der meint in Wirklichkeit „chaotisch“. Anders sind viele Zustände in der Bundeshauptstadt nicht zu deklarieren. Wie sonst kann man überfüllte, öffentliche Verkehrsmittel bezeichnen, in denen Menschen zusammengepfercht wie Vieh transportiert werden? Ein Schlachtruf à la Rousseau „Zurück zur Natur“ kann nicht gemeint sein; schon eher trifft es einen „laissez-faire“-Politikstil. Trotzdem ist der Berliner stolz auf sein „Bärlin“.

Auch modisch gesehen, klopft sich die Berliner Szene auf die eigene Schulter. So viele junge, kreative Modeköpfe wie keine andere Stadt ziehe sie an. Doch ganz so stimmt das nicht. Ja, jung, das sind die Modedesigner. Aber kreativ, das ist so eine Sache. Denn gilt es schon als „kreativ“ das gleiche Shirt in zehn unterschiedlichen Farben zu designen? Wenn ja, dann gilt das Credo von „kreativ und jung“. Andernfalls wäre eher von „kollektiver Kreativität“ der Szene zu sprechen.

Hiervon ein Lied singen können die Berliner auch beim „weltoffenen“ Denken. Schließlich gilt „ein Blick genügt“ und „Kleider machen Leute“, und das will heißen: als Mann mit Bart, Hornbrille und Jutebeutel wird man schnell zum Hipster - ob das nun stimmt oder nicht. Wenn das so weitergeht, können sich die Spree-Athener bald den Lorbeerkranz für „Weltmeister des Schubladendenkens“ auf den Kopf setzen.

Doch obwohl Dionysos die Stadt fest im Griff zu haben scheint, flattert über den Dächern Berlins die Eule der Minerva. Hier und da trifft man sie noch wieder. Man muss zwar etwas genauer hinschauen, aber auf dem zweiten Blick leuchtet ein goldener Schimmer auf. Sei es im Gewand der urbanen Toleranz oder im Gewand des großstädtischen Flairs mit seinen heulenden Sirenen, seinen ratternden S-Bahnen und seinen künstlichen Sonnenstrahlen in der Nacht.

Doch es stellt sich die Frage, wie lange noch diese Nebelleuchten das Graue und Triste „überleuchten“ können, wie lange es dauert bis der Novemberrrausch verweht?

Zu spät für eine Neuauflage der „Goldenen Zwanziger“ ist es jedenfalls noch nicht. Denn die Schöne an der Spree kann trotz ihres besten Alters noch einen goldenen Oktober erleben. Schön wär‘s allemal.

Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.





















                                                                     
                     
 


                                                  
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