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Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.

Der Vierte Karenztag.
Krank oder nicht krank?
Bereit und nicht bereit.
Der Tag der Entscheidung.
Für den asketischen Rückzug.
Für die gedankliche Freiheit.
Der Vierte Karenztag.


Die fünf Sterndeuter des Abendlandes
So geht selbstbespaßende Bescherung!
14.11.2017
Von den fünf Wirtschaftsweisen können wir uns eine Scheibe abschneiden. Bescheren wir uns selbst und holen uns das jamaikanische Flair zurück. Oder lieber doch nicht?

Die drei Weisen brachten dem Christuskind seine freudigen Gaben in Form von Weihrauch, Myrrhe und Gold. Bei uns tun dies - passend zur Vorweihnachtszeit - die fünf Wirtschaftsweisen (WiWeis). Aber anstatt uns zu bescheren, bescheren sie einfach sich selbst. Auch nicht schlecht. Vielleicht sind wir mit unserer individuellen Emanzipation schon so weit, dass es an Weihnachten nicht um die Bescherung der anderen, sondern um uns selbst geht?

Aber zurück zur selbstbespaßenden Bescherung der WiWeis. Welche Geschenke verteilen sich diese fünf Sterndeuter des Abendlandes untereinander? Zum einen soll nicht mehr die tägliche Arbeitszeit auf maximal acht Stunden festgelegt werden, sondern die Wochenarbeitszeit auf maximal 48 Stunden. Arbeitnehmer können somit angehalten werden - selbstverständlich nur in dringendsten und unvermeidbarsten Fällen (!)(hüstel, hüstel), also aus Sicht der wirtschaftlichen Effizienz - mehr als acht Stunden am Tag arbeiten zu müssen, jedoch dürfen die 48 Stunden in der Woche nicht überschritten werden.

Zum anderen plädieren die WiWeis für eine Reduktion der Ruhepause von elf auf neun Stunden. Warum auch nicht? Bei dem Winter-Blues, der uns im Moment in Schach hält, sind wir sowieso partiell im zombigen Standby-Modus. Unsere körperlichen und kognitiven Akkus sind selten vollends entladen. Und im Sommer, da schießt die Akkustandanzeige über ihr Ziel hinaus. Da brauchen wir eh weniger Ruhe.

Wie konnten das die WiWeis bloß übersehen? Übersehen, die Ruhepausen an Winter- und Sommermonaten unseres Biorhythmus anzupassen? Im Sommer kann die Regenerationsphase ruhig sieben statt neun Stunden betragen. Reicht doch vollkommen aus.

Wir leben sowieso in unsicheren Zeiten, wo der Einzelne viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist. Denken wir an diejenigen, die uns wichtig sind. Wie zum Beispiel an die arme deutsche Wirtschaft, der es nach eigenen Angaben, nie so gut, wie heute ging. Aber gut reicht nicht aus. Es muss schneller, höher, stärker gehen! Denn „flexiblere Arbeitszeiten sind wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen“, sagte Christoph Schmidt, der Oberweise.

Hören wir also auf zu jammern, besinnen uns auf das Wichtigste und sehen es als karitativen Zweck zum Wohle der deutschen Wirtschaft an. Mit einer schönen biblischen Weihnachtsgeschichte verpackt, fällt auch das uns leichter, dieser humane Akt der Nächstenliebe.

Da kann man auch mal ein Auge zudrücken, dass die Wirtschaft diese bedingungslose Nächstenliebe einfordert. Das versteht sich von selbst. Warum sollten die WiWeis der alleinerziehenden Mutter gedenken, die kurzfristig an einer abendlichen Konferenz teilnehmen muss und nicht weiß, wo sie ihre Kinder unterbringen soll. Man kann schließlich nicht an alle denken und muss Prioritäten setzen! „Jeder denkt nur an sich, nur ich denk an mich!“

Die paar Milliönchen psychisch Kranken, die hierbei entstehen und infolgedessen arbeitsunfähig werden, sind doch kein Problem. Das deutsche Gesundheitssystem hat schon genug Übung mit all den bis zu 13 Millionen Arbeitnehmern, die von Burn-Out betroffen sind oder den, wer weiß wie vielen, die an Depressionen leiden.

Wir mutieren langsam vom Land der Dichter und Denker zum Land der Burnis und Depris. BRD steht nicht mehr lange für „Bundesrepublik Deutschland“, sondern für „Burn-Out Republik Deprideutschland“. Kein Wunder, dass die hiesigen Sondierungsgespräche so lange andauern. Das jamaikanische, optimistische Flair will einfach nicht auf die Nation überschwappen.

Stattdessen ertönt das festlich, winterliche Glockenspiel der WiWeis durch die Nation. Es kann zwar auch nicht wirklich die Leute begeistern, aber immerhin sie selbst. Und das ist doch auch etwas! Freuen wir uns also für sie und seien nicht so egoistisch. Schließlich haben wir bald das Fest der Liebe. Was bleibt uns sonst anderes übrig?

Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.





















                                                                     
                     
 


                                                  
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