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Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.

Der Vierte Karenztag.
Krank oder nicht krank?
Bereit und nicht bereit.
Der Tag der Entscheidung.
Für den asketischen Rückzug.
Für die gedankliche Freiheit.
Der Vierte Karenztag.

                
Die Causa Kemmerich
Kemmerich und die Schurken
10.05.2020
Freiheit ist das Aushängeschild der Liberalen. Zumindest auf dem Papier. Denn was sich die Liberalen im Fall Kemmerich leisten, ist alles andere als freiheitlich-demokratisch.

Was in weiten Teilen der deutschen Medienlandschaft läuft, wirkt wie ein schlecht inszenierter Schurkenfilm. Um ein Bonmot Oscar Wildes aufzugreifen, das den Nagel auf den Kopf trifft: „Die Welt ist eine Bühne, aber die Rollen sind schlecht verteilt“.

Wie sieht aber die Besetzung aus? Der Part des widerwärtigen Bösewicht ist leicht zu erraten: er ist nationalistisch bis völkisch, alles andere als burkaaffin und etwa 10 Prozent der Deutschen (Forsa) unterstützen ihn. Die Rede ist von der AfD. Und wie im Film üblich wies der Regisseur, in Form des medialen Chores, der AfD die Rolle des Schurken zu.

Dem gegenüber stehen mit vereinten Kräften und in geschlossenen Reihen CDU/CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grüne, FDP und Die Linke. Im Schulterschluss stehen sie symbolisch für den Superhelden. Sie gebaren sich als die Retter von Freiheit und Demokratie im Kampf gegen die AfD; „heilige Corona!“, sei nur so am Rande erwähnt.

Dieses Schauspiel nimmt bisweilen groteske, ja paradoxe Züge an. Wie der Fall um den Thüringer FDP-Politiker Thomas Kemmerich zeigt. Worum geht es? Parteikollegen werfen Kemmerich vor als Hauptredner bei einem „Spaziergang“ in Gera aufgetreten zu sein. Dort demonstrierten, neben besorgten Bürgern, auch Rechtspopulisten und Verschwörungstheoretiker gegen die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus.

Dazu FDP-Chef Christian Lindner: „Wer sich für Bürgerrechte und eine intelligente Öffnungsstrategie einsetzt, der demonstriert nicht mit obskuren Kreisen (…).“ Unabhängig davon in welchen „obskuren Kreisen“ sich Lindner bewegt, aber offensichtlich ist ihm die Tragweite seiner Argumentation nicht bewusst. 100 Prozent dieser „obskuren“ Figuren atmen Sauerstoff, gehen aufrecht und sprechen deutsch. Im Umkehrschluss würde es heißen: Wer atmet, aufrecht geht und deutsch spricht, unterstützt diese „obskuren Kreise“.

Das ist nicht nur logisch ein Desaster, sondern zeugt auch von einem Unverständnis, wie eine Demonstration in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft abläuft. Denn jeder der will, kann mitmachen. Egal ob es sich um den geistigen Glatzkopf mit Nackentätowierung handelt, oder um die im Geiste jung gebliebene, salsatanzende Flüchtlingsretterin. Vor dem Gesetz sollen alle gleich sein.

Dass es um das Wissen der liberalen Werte etwas hackt, zeigt auch FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann mit ihrem Tweet: „Liberal sein heißt nicht, aus Prinzip gegen etwas zu sein, gerade, wenn es Menschen schützt.“ Doch „liberal sein heißt nicht, aus Prinzip gegen Ansichten der AfD zu sein, gerade, wenn es die Freiheit des einzelnen Bürgers schützt.“

Kemmerich nutzt seine individuellen Freiheiten. Soll er „aus Prinzip gegen“ seine Freiheitsrechte sein, nur weil AfD-Anhänger die gleiche Meinung teilen? Soll Kemmerich „aus Prinzip“ nicht deutsch sprechen, weil das die Sprache der AfD-Anhänger ist? Und soll er „aus Prinzip“ auf allen Vieren kriechen, um sich von den aufrecht gehenden AfD-Anhängern abzuheben? Wer sich selbst so abhängig vom Standpunkt anderer macht, ist kein liberal denkender Mensch.

Dass Kemmerich bei der Demonstration keine Maske trug und sich nicht an die Sicherheitsvorkehrungen hielt, kann ihm daher nicht vorgeworfen werden. Das war dumm, ist aber verzeihbar. Geschenkt.

Dass Kemmerich aber vorgeworfen wird einer Meinung mit AfD-Anhängern zu sein, dass ist gefährlich. Für die individuelle Freiheit und das Demokratieverständnis. Eine Glatze macht noch keinen AfD-Sympathisanten aus.

Vielleicht sollten sich Lindner und Strack-Zimmermann überlegen, wer in dieser Besetzung eigentlich der Schurke ist?

Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.




















                                                                     
                     
 


                                                  
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