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Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.

Der Vierte Karenztag.
Krank oder nicht krank?
Bereit und nicht bereit.
Der Tag der Entscheidung.
Für den asketischen Rückzug.
Für die gedankliche Freiheit.
Der Vierte Karenztag.


                                                                                                                       
                                         
Der sozialdemokratische Ödipuskomplex
Genossen, auf die Couch!
17.07.2018
Die Genossen scheiterten an dem, was den Christdemokraten gelang: die Verinnerlichung „gegnerischer“ Themen. Handlungsunfähig „gemerkelt“, können sie nur die verbale Moralkeule schwingen. Statt moralisch zu handeln, wird moralisch philosophiert.

Lösung ist nicht gleich Lösung. Es gibt brillante und belanglose Lösungen. Es gibt innovative und traditionelle Lösungen. Und es gibt das Sankt-Florian-Prinzip, benannt nach dem heiligen Schutzpatron (bei Feuer und Dürre eilt er zur Hilfe). Statt Lösungen zu finden, verschiebt man Probleme auf andere. Sankt Florian und Sankt Moritz sind die Topadressen für die Duckmäuser aus den Entscheidungseliten.

Wirkt hier Inkompetenz oder Desinteresse oder gar Machterhalt? Oder alles mit dem Handlungsstabmixer püriert zu einer - wie der Philosoph Odo Marquard es nannte – Inkompetenzkompensationskompetenz inklusive einer Prise Machtbesessenheit? Das kann nur ein gewiefter Psychoanalytiker nach jahrelanger epistemologisch-hermeneutischer Analyse beantworten. Deswegen weiß der Volksmund: „An ihren Taten müsst ihr sie messen“.

An den Taten gemessen, sieht die Bilanz der Bundesregierung ziemlich dürftig aus - unabhängig davon ob schwarz-gelb, schwarz-rot oder rot-grün das Zepter schwangen. Anstatt eigene Lösungen zu finden, bedient man sich am Lösungspool der Vereinigten Staaten. Ob sich diese auf nationaler Ebene übertragen lassen oder gar sinnvoll sind, spielt keine Rolle. Die amerikanische Raffinesse der political correctness verdeutlicht das nur zu Gute.

Aktuellstes Beispiel ist der erfolgreich-semantische Nahkampf zwischen der SPD und der CDU um die Benennung der Unterkünfte für Flüchtlinge. „Wir sind weg von der Psychologie und wieder bei der Sache“, so Olaf Scholz. Wenn die rechte Hand von Angela Merkel damit die Abwendung von thematischer hin zu boulevard-sprachphilosophischer Auseinandersetzung meint, dann hat die westfälische Stimmungskanone Recht. Aber von Worten allein wird man nicht satt.

Wenn die Zustände in den Flüchtlingsunterkünften derer in Gefängnissen gleichen, dann ist es den Bewohnern - so die „steile“ These - höchstwahrscheinlich gleichgültig, ob sie in einem „Flüchtlingsheim“, „Transitzentrum“ oder „Flüchtlingsressort“ „residieren“, „campen“ oder „vor sich hin vegetieren“. Begriffsänderungen sind keine Handlungsänderungen, wohl aber Gefühlsänderungen. Und die Genossen fühlen sich wohler. Noch wohler würden sie sich vermutlich fühlen, wenn man neben Schutz- von Flüchtlingsreservaten sprechen würde.

In der Psychologie heißt das kognitive Dissonanz. Die Sozialdemokraten handeln entgegen ihren sozialdemokratischen Überzeugungen, wissen nicht warum sie es tun und fühlen sich gleichzeitig in ihren Grundüberzeugungen bedroht. Die political correctness wirkt da wie der Fels in der Brandung. Statt sozialdemokratisch zu handeln, wird sozialdemokratisch schwadroniert. Statt moralisch zu handeln, wird moralisch philosophiert. Was für einen plappernden Sozialdemokraten semantischer Wellness für die Seele ist, ist für einen Menschen der Tat verhöhnende Kränkung, die auch den Leib durchdringt.

Freud würde von einem sozialdemokratischen Ödipuskomplex sprechen. Einerseits fühlen sich die Genossen vom Charisma der phlegmatischen Rautenfrau Merkel angezogen. Andererseits unterbinden ihre sozialdemokratischen Werte, symbolisiert durch ihre brüllende Löwin Nahles, diese Liaison. Das wäre Verunglimpfung, Verleugnung, Verrat. Trotzdem sind sie in diese große Koalition gegangen und trotzdem betraten sie die No-go-area des Freud‘schen Konflikts.

Und die Genossen scheiterten an dem, was den Christdemokraten gelang: die Introjektion, also Verinnerlichung „gegnerischer“ Themen. Mindestlohn, Homoehe, „refugees welcome“. Das ist ein beträchtlich kognitiver Konflikt, den es da für die Sozialdemokraten zu lösen gilt. Doch viel bleibt den roten Socken nach der Sozialdemokratisierung der Union nicht mehr übrig. Das „C“ der Christdemokraten wäre vielleicht etwas.

Zumindest würde das den sozialdemokratischen Spleen zur political correctness, zur sprachlichen Hypermoralisierung und zur erlösenden Sentenz erklären: „Heiliger Sankt Florian/ Verschon‘ mein Haus/ zünd and‘re an!“

Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.





















                                                                     
                     
 


                                                  
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