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Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.

Der Vierte Karenztag.
Krank oder nicht krank?
Bereit und nicht bereit.
Der Tag der Entscheidung.
Für den asketischen Rückzug.
Für die gedankliche Freiheit.
Der Vierte Karenztag.


DB-"Leitfaden zur Bahnkonversation"
Rede gefälligst mit mir und hör mir zu!
17.08.2017
Wenn ich reden will, aber mein Gegenüber nicht, und ich ihn zum Reden zwinge, ist das noch Bahnkonversation oder schon Bahnbelästigung? Egal. Die Deutsche Bahn gibt mit ihrem „Leitfaden zur Bahnkonversation“ „hilfreiche“ Tipps.

Kennen Sie diese nervtötenden Quasselstrippen, die jede Gelegenheit nutzen, um einen verbal zu belästigen? Mit ihrem aufdringlichem Optimismus und kilometerbreit aufgesetztem Lächeln? Die einen nicht nur körperlich, sondern auch mental auf die Pelle rücken und die ihre Antennen nach allen Seiten ausstrecken, und sobald sie ein zwischenmenschliches Signal erhaschen - sei es auch so subtil - sich wie die Geier auf ihre menschliche Projektionsfläche stürzen?

Und nun stellen Sie sich vor, Sie lassen montags früh ihre Familie zurück, um zur Arbeit zu fahren und sitzen schlaftrunken im ICE. Ihre Laune ist womöglich nicht gerade die beste - oder vielleicht gerade deswegen am Zenit! - und Sie nutzen die Bahnfahrt, um Ihr neues Buch zu lesen. Endlich haben Sie etwas Zeit für sich alleine.

Dank der Deutschen Bahn könnte sich das aber bald ändern! Denn die DB möchte, dass Sie noch komfortabler und angenehmer in ihren Zügen fahren. Und was böte sich hier besser an, als die Fahrtzeit gemeinsam auf dem Schoss des Anderen, im Rausche des kollektiven Beisammenseins zu erleben?! Genau. Nichts.

Deswegen veröffentlichte die Deutsche Bahn in ihrer 200. Ausgabe von DB mobil (08/2017) - neben einem Schwall des Selbstlobes und der Selbstdarstellung - einen „Leitfaden zur Bahnkoversation.“ Denn ein Gespräch, und insbesondere eins bei der Deutschen Bahn, erfordert entsprechend seiner Klientel feinste Raffinesse und taktisches Geschick. So muss im Zug (im wahrsten Sinne des Wortes!) jeder Zug gut durchdacht werden und wie es im Leitfaden heißt, „[d]as Gegenüber [muss] studiert werden: Kleidung, Alter, Wachheit und Tätigkeit. Die Kunst: nicht auffällig starren.“ Aha, gut zu wissen.

Außerdem erhält man noch weitere „wertvolle“ Tipps. Nämlich wie man Leute, die nicht reden wollen, zum Reden bringt: „Wenn Menschen nicht reden wollen, ich mich aber unterhalten will, bitte ich ungefragt meine Hilfe an“. Oder noch besser: „Ich bringe sie zum Lachen“.

Kurze Randnotiz: Wenn ich reden will, aber mein Gegenüber nicht, und ich ihn zum Reden zwinge, ist das noch Bahnkonversation oder doch nicht eher Bahnbelästigung? Und wie sieht es aus, wenn der „Konversationspartner“ einer derjenigen modernen Frauen ist, die es schon als Belästigung empfinden, wenn ein Mann zu ihr hinüberschielt! Wie muss sich diese dann nur fühlen, wenn sie jemand nach dem DB-Leitfaden anspricht? Ist das nicht potenzierte Belästigung „at it‘s best“?!

Mein Vorschlag, um dieser unangenehmen Situation zu entgehen. Warum nicht einfach Zugabteile für die Redelustigen einführen? Das wäre doch im Sinne aller Beteiligten und des „Leitfadens zur Bahnkonversation“. Denn wie es dort steht, ist die beste Ablenkung „ein gutes Gespräch, [ist] eine kurze Bekanntschaft zwischen zwei Stationen“.

Richtig, warum zur Ablenkung nicht einfach mal eine schnelle Nummer im Abteil durchziehen? So gewinnt die Deutsche Bahn mehr zufriedene Kunden, schafft neue Arbeitsplätze und kann darüber hinaus ihr Image aufpeppen.

Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.





















                                                                     
                     
 


                                                  
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