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Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.

Der Vierte Karenztag.
Krank oder nicht krank?
Bereit und nicht bereit.
Der Tag der Entscheidung.
Für den asketischen Rückzug.
Für die gedankliche Freiheit.
Der Vierte Karenztag.

                
Das literarische Quartett
Eine Bühne für Thea Dorn?
07.06.2020
Am Freitag lief eine neue Sendung des „Literarischen Quartett“ im ZDF. Sie lässt sogleich die Frage aufkommen: Ist Thea Dorn die Richtige für das Quartett?

Marcel Reich-Ranicki würde sich im Grabe drehen. Thea Dorn schaffte diesen Freitagabend etwas, was nicht viele schaffen. Sie, die Gastgeberin des „Literarischen Quartett“ im ZDF, überbot sich in der diesjährigen Juni-Sendung selbst. Jene Sendung, die der Literaturpapst Ranicki zu einer Institution unterhaltsamer, aber gleichfalls anspruchsvoller Kritik und Literatur machte, wirkte, insbesondere durch Dorns Einsatz, wie eine komödiantenhafte Inszenierung.

Schon die Huldigung Reich-Ranickis zum 100. Geburtstag durch Dorn zu Beginn der Sendung lässt den literaturinteressierten und intellektuellen Zuschauer erschaudern. So viel Plumpheit bei so viel Hybris, so viel Affektiertheit bei so viel Leidenschaftslosigkeit! Das kann der geneigte und intellektuelle Zuschauer nicht auf sich sitzen lassen.

Was war passiert? Dorn, die es sichtlich genießt in die Fußstapfen von Ranicki zu treten und sich unverständlicherweise (!) als ehrwürdige Nachfolgerin Ranickis auf Augenhöhe versteht, begreift die Sendung als Plattform, in der sie dem Zuschauer ihre eigene Grandiosität präsentiert. Und was wäre hier ehrwürdiger, als dass Dorn eine Rede für eine eben solche schillernde Persönlichkeit hält, einer, wie sie der Überzeugung sei, eine selbst zu sein?

Gen Himmel, gen Kamera richtet Dorn ihre Worte zum verstorbenen Literaturkritiker Ranicki, der scheinbar von oben herab auf Dorn herunterblickt. Während Dorn, so voller Stolz und Ehrfurcht, vor sich hin quasselt und akrobatische Minen zieht, bewegt sich die Kamera langsam hinunter. Das Verstörende hierbei: Dorn versucht nicht einmal ihre Hybris zu kaschieren. Auf Augenhöhe begreift sie sich mit dem verstorbenen Literaturkritiker. Die Kameraführung spricht hier Bände.

Und es kommt noch besser. Zum Ende Dorns Rede geht die Kamera auf Untersicht. Es scheint, als ob Ranicki, sich vom Literaturhimmel nicht nur herunter wagt, sondern sich Dorn unterwirft. Es wirkt, als ob er ihr Huldigung und Respekt zollen würde. Spätestens in diesem Moment sollte auch der dümmste Zuschauer begreifen, was Frau Dorn schon längst wusste: Sie bewegt sich in den Fußstapfen des großen Marcel Reich-Ranicki. Welch eine Anmaßung! Gegenüber Ranicki, gegenüber der Literaturwelt, gegenüber dem Intellektualismus.

Doch hiermit ist Dorns (Selbst-)Inszenierung, der einem Gnadenakt gleichen soll, noch nicht am Ende. Der Zuschauer soll sich weiterhin glücklich schätzen, dass er ihr überhaupt weiterhin zusehen und zuhören darf! Dorn erlaubt es dem Zuschauer sich an ihrer Person und ihrer Darstellung ergötzen zu dürfen – bis sie die Zielgerade, den Höhepunkt der Selbstdarstellung erreicht: In scheinbarer Ehrfurcht verneigt sie sich vor dem großen Literaturkritiker Ranicki. Oder doch vor sich selbst?

Im Rahmen dieses medialen Spektakels wirken die anwesenden Gäste und die Bücher, die besprochen werden, wie beiläufige Elemente, wie schmückendes Beiwerk. Sie allein dienen dazu Dorn in den Mittelpunkt zu stellen. Wie wohl die Positionierung Dorns, aus der Kameraperspektive links außen neben ihren Gästen, dem Zuschauer etwas ganz Anderes suggerieren soll. Nämlich Zurückhaltung, Bescheidenheit, Demut. Oder kommt hier, auf der Linken, Dorns Schokoladenseite besonders zur Geltung?

Eines bleibt beim „Literarischen Quartett“ jedenfalls festzuhalten: Die Frau, die sich rühmte in einer Sendung zu sitzen, die Marcel Reich-Ranicki erfand, ist so aufgebläht, wie ihr Aufzeichnungsort, die Stadt an der Spree.

Da bleibt Marcel Reich-Ranicki tatsächlich nichts anderes übrig, als sich im Grabe zu drehen. Möge er trotz alle dem in Frieden ruhen.

Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.




















                                                                     
                     
 


                                                  
                                                                                                                                                                    © bertha stein