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Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.

Der Vierte Karenztag.
Krank oder nicht krank?
Bereit und nicht bereit.
Der Tag der Entscheidung.
Für den asketischen Rückzug.
Für die gedankliche Freiheit.
Der Vierte Karenztag.


                                                                                                                       
                                         
Das korrekte Feuerwerk
Abböllern jenseits von Gut und Böse

31.12.2017
Am 31. Dezember fängt es wieder an. Es pfeift und knallt und rattert. Und wie! Wenn „Screaming Grizzly“ oder „Dare Devil“ schrill und bärenlaut in der Luft heulen oder sich mit ihren „imposanten Blinkstern-Buketts in Rot und Grün“ rächen. Die Post geht dann so richtig ab - zum Glück nicht verloren, wie es in Berlin dieses Jahr allzu oft der Fall war.

Doch dieses Mal ist alles ruhiger. Ruhiger als die Jahre zuvor. Offensichtlich sind die Weihnachtsfeiertage für einige medial besinnlicher. Kein George Michael, der starb. Keine Flugzeugkatastrophe mit 92 Toten in Sotschi. So wie letztes Jahr. Gibt es nun keine mediale Hyperhysterie oder Umweltkatastrophe, die man plötzlich gedankenlos unterstützt? Gibt es keine Katastrophen, nur weil sondiert wurde, wird oder werden wird?

Doch nun kommt heraus, dass die ganzen bunten, uns Freude bringenden Böller, Knaller und Raketen, wahre Drecksschleudern, Kohlekraftwerke der Lüfte sind. An den Silvestertagen werden nämlich leicht erhöhte Feinstaubwerte in den Städten gemessen. Was für eine vom Menschen gemachte böswillige und mutwillige Umweltverschmutzung! Hatten die ganzen Umweltschützer bis dato Urlaub oder konnte der blaue Engel vor lauter Feinstaub all die Jahre nichts sehen, sodass solch desaströsen Zustände erlaubt wurden?

Bei dem ganzen „e“-Hype, also den ganzen e-mails, e-bikes und e-cars, fragt man sich, wo die ganzen innovativen Köpfe vom Silicon Valley sind und wann sie denn endlich mit ihrem umweltfreundlichen, politisch korrekten Feuerwerk antanzen werden, den e-fireworks. Diese werden mit ihren lautlosen, geruchsneutralen Kompositionen bestimmt keinen Feinstaub verpulvern, dafür aber ganz schön schnöde, blöde und öde sein. Wie Sahne ohne Fett oder ein Burger ohne Fleisch. Gesund, aber langweilig. Auf in die smarte e-world unserer Zukunft!

Man könnte aber auch ganz nonchalant die Leute zu ihrem pyrotechnischen Glück zwingen. Indem man entweder eine Feuerwerkssteuer einführt oder den Verkauf der Feuerwerkskörper nach ihrem Feinstaubgehalt pro Person reglementiert. Man berechne den pro-Kopf-Verbrauch beim moralisch verwerflichen Abböllern und errechne hieraus den maximalen Feinstaubwert. Voilá! Fertig ist das neue pyrotechnische Gesetz, also das noch gerade akzeptable moralische Maß bevor es heißen würde, ab zum Beichtstuhl.

Und wo werden eigentlich diese ganzen Böller, Knaller und Raketen hergestellt? Alle deutschen Feuerwerksunternehmen mit Ausnahme des Marktführers für Deutschland und Europa WECO - der übrigens jährlich 25 Millionen Feuerwerksraketen und etwa 100 Millionen weiterer Feuerwerksartikel produziert - lassen diese vollständig im Ausland, überwiegend in China, mit Feinstaub befüllen. Ist der asiatische Feinstaub feiner? Oder proben unsere fernöstlichen Freunde für den Ernstfall? Nordkorea jedenfalls experimentiert mit durchaus größeren Kalibern. Man kann nur hoffen, dass der nordkoreanische Ehrgeiz nicht noch mehr „geWECOt“ wird.

Warum machen sich eigentlich einige Umweltschützer und Weltverbesser solche Sorgen um die Natur? En passant, ist der Mensch nicht Teil der Natur - und gibt es nicht genug menschliches Elend - nicht nur auf der Welt - auch hier vor unserer Haustür? Sehen diese nicht die ganzen Obdachlosen, Flaschensammler und desolaten Gestalten, die sich durch die Straßen hindurchmogeln und womöglich mit ihrem Dreck unseren feinen Zusammenhalt verstauben?

Und wie kommen die ganzen Weltretter auf die Idee, dass die Natur so lieb und so schutzbedürftig sei? Was war dieses Jahr mit dem Jahrhundertregen in Berlin? Ist es schön von der Natur, dass Menschen verletzt und ermordet werden? Ist es schön von der Natur, dass sie Bäume entwurzelt, sich gegen sich selbst richtet? Hat sie währenddessen an ihre und einige ihrer Retter frustrierenden Feinstaubwerte gedacht? Oder ist sie einfach eine Borderlinerin, die ihre emotionale Labilität in selbst- und fremdestruktiver Manier auslässt?

Ist es so gefährlich sich ein bisschen zu amüsieren, es an Silvester so richtig krachen zu lassen? Es sind nämlich genau diese Momente des Miteinanders und des Genusses, die das Leben wirklich lebenswert entstauben. Würden wir davon mehr im Alltag abstauben, würde es uns vieles erleichtern.

Die ganzen Spaßverderber, diese selbsternannten Hilfssheriffs, Anwälte und Kontrolleure, gab und gibt es immer. Jetzt wandeln sie auch im grünen Gewand umher, aber was soll‘s. Offensichtlich haben sie ihren Namensstifter nicht zu Ende gelesen. „Die Abneigung der Deutschen gegen Provinzialismus, gegen das Alltägliche, das eigentlich das Soziale und Humane ist, ist eben provinzlerisch.“, so Heinrich Böll.

Es ist doch nicht so wichtig, wenn einige ausrangierte Randelemente ein tristes Dasein führen oder ein paar obdachlose Elendsgestalten erfrieren. So muss sich die Politik wenigstens nicht mit ihrer staubigen Präsenz herumschlagen - außerdem erstrahlt das Stadtbild so in neuem, vom Staub befreiten Glanz.

Deswegen wollen uns unsere gedanklich staubtrockenen Knäckebrotliebhaber das Autofahren verbieten! Doch werden deswegen wirklich die Feinstaubwerte auf dem Dorf nicht überschritten?

In diesem Sinne: ein ausgelassenes, CO2-lastiges Silvestergekrache und ein frohes, neues 2018!

Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.





















                                                                     
                     
 


                                                  
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