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Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.

Der Vierte Karenztag.
Krank oder nicht krank?
Bereit und nicht bereit.
Der Tag der Entscheidung.
Für den asketischen Rückzug.
Für die gedankliche Freiheit.
Der Vierte Karenztag.


                                                                                                                       
                                         
Das Datenmessie-Syndrom
Tommy Hilfiger in Afghanistan?
09.08.2018
Was haben Tommy Hilfiger und im Afghanistan stationierte US-Soldaten gemeinsam? Auf den ersten Blick nichts. Auf den zweiten mehr als einem lieb ist.

Der Ablasshandel des Christentums verfolgte eine geniale und zugleich einfache Logik. Um das niedere Volk bei Linie und die Regierenden bei Laune zu halten, erließ man die hiesigen Sünden im Diesseits. „Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Fegefeuer springt“, beschrieb der deutsche Dominikaner Johann Tetzel treffend. Wer es sich leisten konnte, lebte in Saus und Braus. Wer nicht, hatte Pech gehabt.

Heute spielt die Anzahl der Münzen im Geldbeutel eine kleinere Rolle. Wer sündigt, kann sein Gewissen selbst frei sprechen. Kein Obolus, kein Kirchengang, kein Pranger. Nicht mehr dem Wort Gottes, sondern dem Wort der politischen Korrektheit huldigt man. Deswegen gilt: politisch korrekt sprechen und politisch inkorrekt handeln. Es bedeutet sich auf der öffentlichen Bühne hypermoralisch zu inszenieren und hinter den Vorhängen die Sau rauszulassen.

Doch wie kommt man heute ohne Gottesmann an die kleinen Informationen seiner Mitmenschen ran? Der Paparazzo Gottes kann diese Informationen schließlich nicht mehr weiterleiten, genauso wenig wie die netten aufmerksamen Nachbarn Honeckers. Stattdessen füllen diese Lücke liebedienerisch Big Data und seine Jünger im Silicon Valley. Mit ihren ganzen Gadgets vom Smartphone über Fitnesstracker bis hin zur Smartcity sind sie bestens ausgerüstet. Die persönlichen Daten fliegen so einem von einer Wolke zur anderen praktisch in die Hände - und die klimpern besser als Geld im Kasten.

Dass sich diese kleinen algorithmischen Traumfänger großer Beliebtheit bei Institutionen erfreuen - geschenkt. Wer will schon nicht wissen, wie lange die Mitarbeiter ihr Geschäft am stillen Örtchen betreiben? Zeit ist schließlich Geld! Oder doch nicht? Dass mehrere Studien eine bessere Arbeitsleistung bei einem 5-Stunden-Tag gegenüber einem 8-Stunden-Tag konstatieren - ignoramus.

Nicht zu ignorieren ist, dass diese Form der freiwilligen Überwachung immer mehr Enthusiasten gewinnt. Auch Tommy Hilfiger macht mit. Mit seiner neuen Kollektion „Tommy Jeans Xplore“ kombiniert er das Nützliche mit dem Schönen. Egal ob Pulli, Rock oder Tasche, Hilfiger weiß, wie oft und wo man sie trägt. Das ist eine neue Generation von Kleidung, das ist Fashiontracking. Und wer ganz fleißig ist, dem winken Belohnungen, wie Geschenk- und Konzertkarten; den ganz Übereifrigen sogar Extrapunkte, sofern sie bestimmte vorgegebene Orte besuchen.

Deswegen verwundert es nicht, dass die Jünger der politischen Korrektheit so technikaffin sind. Denn der digitale, kalifornische Apfel und google helfen den anderen gerne bei ihrer Jagd nach den Payback-Punkten oder Hilfiger-Punkten - auch auf Kosten intellektueller Anhalts-Punkte. Während sie schmutzige Wäsche sammeln, können alle ihr buntes Treiben ohne wirkliche Konsequenzen fortführen und haben dabei noch einen Heidenspaß.

Aus Spaß kann aber schnell mal Ernst werden. Das musste das US-Militär am eigenen Leib erfahren. Sie rüstete nämlich ihre Soldaten mit Fitnesstrackern aus, um die Bewegungsprofile ihrer Untergebenen genau im Auge zu behalten. Leider vergaßen die verehrten Camouflageschreibtischtäter diesen mitzuteilen einige ihrer Dienste zu deaktivieren. Just teilten diese ihre Joggingstrecken mit der ganzen Welt und enttarnten so geheime Militärbasen in Afghanistan und in Afrika. Das war kein Spaß für die Amerikaner, aber vermutlich ein umso größerer für die Taliban.

Deswegen könnte man angelehnt an Johann Tetzel sagen: „Sobald mein Standort in der Wolke klingt, die Seele längst ins Datenfeuer springt“ - und dort wütet bekanntlich ein Inferno lauter Sicherheitslücken.

Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.





















                                                                     
                     
 


                                                  
                                                                                                                                                                    © bertha stein