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Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.

Der Vierte Karenztag.
Krank oder nicht krank?
Bereit und nicht bereit.
Der Tag der Entscheidung.
Für den asketischen Rückzug.
Für die gedankliche Freiheit.
Der Vierte Karenztag.

                
Cancel Culture“
Deutschland hat Rücken!
15.08.2020
Ein nicht unbeträchtlicher Teil der Bevölkerung leidet an Rückenschmerzen. Ob das etwas mit der geistigen Rückgratlosigkeit zu tun hat, die uns gegenwärtig en masse entgegentritt?

Was für ein Durcheinander! Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) stellte Dieter Nuhrs Gratulationsbeitrag zum 100. Geburtstag der DFG online. Dann hagelte es in den sozialen Medien Kritik. Daraufhin nahm die DFG Nuhrs Video aus dem Netz. Nur kurze Zeit später bot sie Nuhr an, das Video in kommentierter Fassung (!) wieder hochzuladen. Dieser lehnte das jedoch zu Recht ab. Jetzt stellte die DFG Nuhrs Statement, ohne Kommentar und mit seinem Einverständnis, wieder online. Lebte der große österreichische Theatermann Johann Nestroy noch, er würde mit Sicherheit hieraus eine Posse zaubern. Und was für eine!

Gleiches gilt auch für das Gerangel der österreichischen Kabarettistin Lisa Eckharts und für ihren Auftritt, oder eher für ihren Austritt, beim Harbour Front Literaturfestival in Hamburg. Nachdem die Veranstalter wegen Eckharts Auftritt „Drohungen“ von Linken bekamen, sagten sie dieser ab, nur um kurze Zeit später (oh Wunder!), diese wieder einzuladen. Denn: Bei den „Drohungen“ handelte es sich lediglich um „Warnungen“. Die Veranstalter haben hier etwas missverstanden. Nur weil das Wörtchen „war“ in „Warnung“ steht, bedeutet dies nicht, dass die Drohungen der Vergangenheit angehören. Aber was erwartet man von jenen, die es schon mit der Unterscheidung von Genus und Sexus in der Sprache nicht so haben?

Offensichtlich ist es in einigen Kreisen mittlerweile Usus geworden, wie junge Mädchen am Blümchen zu zupfen und sich die Frage zu stellen „Wollen wir Eckart oder nicht?“ Diese Frage eigenverantwortlich zu beantworten, dafür bedarf es offensichtlich zu viel Rückgrat und Fantasie. Der Genderstern und der Tritt in das Fahrradpedal verzehren schon die letzten Fantasiereserven. Der intellektuelle Hexenschuss tut sein Übriges, mit seinen ganzen intellektuellen Kreativitätsbomben, die sich peu à peu wie ein Vulkan an die Erdoberfläche empor kämpfen, vom feministischen Porno über die einseitige Frauenförderung bis hin zu einem Tempolimit auf den Autobahnen.

Diese Geschwindigkeitsdrosselung mit Verkleinerung auf eine einzige Meinungsspur ist nicht nur ein Tritt auf das Bremspedal, sondern gleichzeitig die Vernichtung des Intellektuellen. Skrupellos zerschlagen wird der Geist. Ohne Möglichkeit auszuweichen oder auf die Überholspur zu gelangen.

Warum sich also nicht eigene Straßen bauen? Ein eigenes intellektuelles Straßennetz, eine „Counter Culture“ zur „Cancel Culture“ (CC) sozusagen. Ohne Tempolimit, ohne Gesinnungsterror, ohne Vorgaben. Es wäre das Pendant zur „freien Liebe“ der 1968er Jahre: „freies Denken“. Statt (oder, wer möchte, zusätzlich zum) wilden, hemmungslosen Sex gäbe es tabulose Diskurse. Jede Meinung, jede Position wäre zugelassen. Egal ob gegen die Coronamaßnahmen der Bundesregierung oder nicht, gegen die Frauenquote oder nicht, gegen eine Identitätspolitik oder nicht. Alles was zähle, wäre allein das Argument. Nicht mehr und nicht weniger.

Dass sich Befürworter der „Cancel Culture“ (CC) diesem Experiment anschließen? Eher unwahrscheinlich. Die Spuren des nüchternen, sachlichen Arguments waren nie so wirklich ihre Sache. Vielmehr trifft man die „Cancel“-Experten auf der Bühne der Viktimisierung: Als Beleidigte und Empörte, Benachteiligte und Erniedrigte, kurzum, in der Rolle des Opfers. Denn: „Mitgefühl und Liebe zu Leidenden ist bequemer als Liebe zum Denken“, wusste schon Oscar Wilde.

Sicherlich ist das eine steile These. Doch ist es nicht verwunderlich, dass CC-Anhänger meist den Diskurs scheuen und auf den emotionalen Höchstgang schalten, sobald sie argumentativ nicht mehr weiter wissen? Was bei vielen Frauen die Tränendrüse darstellt, ist bei den CC-Befürwortern augenscheinlich die gebückte Opferrolle. Das ist perfide und hinterrücks, einfach unsauber und unsportlich. Und es verursacht einfach nur Kopfzerbrechen.

Ist es daher Zufall, dass Kopfschmerzen (neben Rückenschmerzen) zur Volkskrankheit in unserem Lande gehören? Während die einen aufgrund ihrer gebückten Opferhaltung „Rücken haben“, wie es der Volksmund so gerne sagt, können sich die anderen hierüber nur am Kopf kratzen.

Dass Körper und Geist irgendwie miteinander verbunden sein müssen, glauben wir nicht erst seit Renés Descartes. Jeder, der schon einmal Rückenschmerzen gehabt hat, weiß: die Humorfähigkeit leidet häufig darunter.

Vielleicht ist das der Grund, warum viele im Lande Dieter Nuhr und Lisa Eckhart nicht verstehen? Doch warum verbieten sie dann den anderen das Lachen? Vielleicht weil sie Spaßbremsen sind? Wer weiß...

Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.




















                                                                     
                     
 


                                                  
                                                                                                                                                                    © bertha stein