Startseite                                                                                             IMpressum 






Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.

Der Vierte Karenztag.
Krank oder nicht krank?
Bereit und nicht bereit.
Der Tag der Entscheidung.
Für den asketischen Rückzug.
Für die gedankliche Freiheit.
Der Vierte Karenztag.

                
Black-Lives-Matter-Demonstrationen
Kollektiver Amok – und wieder wird die Welt gerettet?
14.06.2020
Sich gegen Rassismus zu engagieren, ist gut. Doch White-Lives-Matter-too.

Es ist schon eine komische Zeit, in der wir leben. Eine Bewegung folgt der anderen. Zunächst waren da die Wüteriche – mit ihren Montags-Demonstrationen. Dann kamen die Idealisten – mit ihrer Klimabewegung. Und nun erregen Afroamerikaner und Gefühls-Afroamerikaner die Gemüter – mit ihren Anti-Rassismus-Demonstrationen.

An sich gibt es daran nichts auszusetzen. Jeder hat das Recht für seine Rechte und Überzeugungen auf die Straße zu gehen. Dass es hier und dort etwas hitzig werden kann – geschenkt. Dass aber Skulpturen mit Graffitis verschandelt werden, sogar vom Sockel gerissen werden – das ist sinnbefreite, destruktive Gewalt von höchster Primitivität, kein gewaltsamer Protest oder sonst irgendetwas.

Wieso? Diese Form der ungezügelten Gewalt bietet keinerlei Impulse, die anregen oder bereichern. Sie erhitzt die Gemüter statt zu kühlen, sie spaltet die Gesellschaft statt zu einen, sie zerstört Kulturgut statt zu erbauen. Das ist kollektiver Amok. Nicht mehr und nicht weniger. Man muss es in dieser Deutlichkeit und Schärfe sagen.

Kurzer Einschub: Im Gegensatz hierzu wirken die Montags-Demonstrationen geradezu diszipliniert, besonnen, zivilisiert. Oder hörte man je von Gewaltexzessen, die sich gegen Statuen von Marx und Konsorten richteten? Von der Klimabewegung erst gar nicht zu sprechen. Diese Zarteste unter den Bewegungen.

Doch nun zurück: Während die einen kollektiv Amok laufen, befällt offensichtlich die anderen...Ja, was denn? Angst? Aktionismus? Oder tatsächlich Gefühle der Reue? Der Filmklassiker „Vom Winde verweht“. Eine Folge der britischen Kultserie „Fawlty Towers“. Just verschwinden sie von Streaming-Plattformen. Wegen rassistischer Inhalte. Das provoziert die Frage: „Und letztes Jahr waren sie etwa nicht rassistisch?“ Womit wir auch schon beim Aktionismus wären.

Um Kurt Tucholsky zu zitieren: „Was darf Satire? Satire darf alles“. Das gilt auch für Kunst und Kulturgut. Die Kunst steht für das Hier und Jetzt – sie zeigt, was gut läuft und was weniger gut läuft. Das Kulturgut steht für das Vergangene – es erinnert an die glorreichen, aber auch die schrecklichen Zeiten. Beide, Kunst und Kulturgut, spiegeln die Gesellschaft wider. Wie sie war und wie sie ist.

Dieser brutale Akt der Denkmalverschandelung, wie es im Zuge der Black-Lives-Matter-Demonstrationen geschieht, zerstört den gesellschaftlichen Spiegel. Ebenso die Zensur von Kunst. Doch Zukunft braucht Herkunft. Eine Gesellschaft ohne Erinnerungskultur gleicht einem Menschen ohne Gedächtnis. Nicht lernfähig, nicht liebesfähig, nicht lebensfähig.

Zudem: Wo kämen wir denn hin, wenn das so weiter geht? Gilt man bald als Rassist, wenn man solche Begriffe wie „Schwarzseherei“ oder „Schwarzmalerei“ benutzt? Muss bald Arnold Schwarzenegger, der auch noch, abgewandelt, das N-Wort inne hat, seinen Namen ändern? Und weil sie afrikanisches Kulturgut darstellen, darf man als Weißer bald keine Bananen mehr essen?

Um es in aller Deutlichkeit zu sagen: Jegliche Art von Rassismus ist zu verpönen. Das gilt nicht nur für Weiße, sondern auch für Afroamerikaner. Denn dass Weiße Afroamerikaner versklavten, war grausam genug, ist aber noch lange kein Grund für den gegenwärtigen, kollektiven Amok, Weiße pauschal unter Generalverdacht des Rassismus zu stellen – wie gegenwärtig geschieht.

Was historisch geschehen ist, ist geschehen. Vieles hat sich seit dem glücklicherweise zum Positiven geändert: die Sklaverei ist abgeschafft und ein Afroamerikaner war US-Präsident. Das sind doch gute Zeichen, die es gilt anzuerkennen. Langsam, aber sicher geht es in die richtige Richtung – wiewohl noch vieles verbesserungswürdig wäre.

Damit es weiterhin in diese Richtung geht, müssen sich beide Parteien anstrengen. Dazu gehört einerseits verzeihen zu können – die grausamen Taten, die Vorfahren erlitten haben. Andererseits beinhaltet es auch erinnern und würdigen zu können – die schrecklichen Taten, die Vorfahren begingen, um hieraus zu lernen.

Der böswillige Finger findet immer eine Achillesferse. Sei es bei den Franzosen Napoleon Bonaparte, bei den Christen die Kreuzzüge oder bei den Muslimen die Belagerungen Wiens.

Es ist keine Kunst kollektiv zu vergessen und zu zerstören. Die Kunst liegt eben darin gemeinsam aus Fehlern zu lernen. Und zu verzeihen. Und eben zu verändern.

Doch schaffen wir das in dieser komischen Zeit?

Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft. Doch es dominiert eine Meinung, nämlich die Meinung der bürokratischen Konformisten.

Wir leben in einer liberalen Gesellschaft. Doch wer von der einen Meinung abweicht, wird als Gegner und Antiliberalist etikettiert.

Wir leben in einer aufgeklärten Gesellschaft. Doch Gedanken werden zunehmend mit Meinungen vermengt und finden ihren Höhepunkt in voreingenommenen, tendenziösen Berichterstattungen und Diskussionen.

Wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft. Doch statt eines sachlichen und gepflegten Schlagabtausches mit Andersdenkenden dominiert eine vorurteilsbehaftete Diskussionskultur der Diffamierung und Beleidigung.

Wir leben…..

Und es könnte noch unbegrenzt so weitergehen. Ein Widerspruch folgt auf den anderen. Deswegen und um diese eklatante Gegensätzlichkeit zu exemplifizieren, entstand der Vierte Karenztag. Hier sollen unterschiedliche Themen gesellschaftskritisch aus verschiedenen Blickwinkeln näher betrachtet und analysiert werden. Je vielfältiger die Perspektiven, desto besser für den stattfindenden Diskurs - einem Diskurs, der einen kultivierten und vorurteilsfreien Umgang pflegt, unabhängig vom jeweiligen Standpunkt. Es soll sich somit mit unterschiedlichen Themen nicht meinend, sondern gedanklich und dementsprechend kritisch auseinandergesetzt werden. Insbesondere im Tag 4 soll diesem gerecht werden. Wohingegen das Foyer zum unterhaltsamen Ein- oder Ausklang auf jeglicher Ebene einlädt. Skurriles, Absurdes und Erwähnenswertes finden hier ihren Platz. Jeder ist willkommen mitzumachen und den Vierten Karenztag zum Feiertag zu erheben.




















                                                                     
                     
 


                                                  
                                                                                                                                                                    © bertha stein